Apple Music | Was kann der Streaming Dienst?

Apple Music setzt alles daran, an die Spitze der Musik-Streaming-Dienste zu kommen. In den USA hat er Spotify inzwischen überholt. Wie gut und nutzerfreundlich ist Apple Music aber tatsächlich? + English version

Apple Music
Illustrationen: eb / ebblogs

Apple Music – Vorbemerkungen

Apple hat ein unheimliches Tempo vorgelegt, seinen Dienst zu optimieren und in punkto Titel-Angebot inzwischen ebenfalls die 45 Millionen Marke überschritten. Im Januar 2018 hatte der Dienst ca. 36 Millionen Abonnenten.

Zunächst einmal ist Apple Music ein Dienst wie Spotify, Deezer u. ä. auch. Vereinfacht gesagt suchst du nach Titeln, Alben, Interpreten oder lässt sie dir vorschlagen. Anschließend streamst du die Musik und hörst sie online bzw. speicherst sie zum Offline hören.

Genauer betrachtet handelt es sich jedoch um eine Art Zwitter. Denn Apple Music ist eng mit iTunes verknüpft. Das bedeutet, dass du nicht nur Titel aus dem Netz anhören kannst, sondern auch solche, die du vorher in iTunes hochgeladen oder dort gekauft hast und die somit dir gehören.

Verfügbarkeit

Wie der Name bereits sagt, ist der Dienst fest in das Apple-Imperium mit seiner iCloud integriert. Für alle, die ausschließlich Apple Geräte nutzen, hat das natürlich gewisse Vorteile. Die meisten werden aber wohl mit unterschiedlichen Systemen arbeiten und da wird es etwas komplizierter.

So kannst du auf deinem Windows PC / Laptop iTunes installieren. Das funktioniert auch für eigene Musik (hochgeladen / gekauft) recht gut, das Streamen bzw. das Hören von Playlisten ist jedoch schwieriger. Des weiteren klappt es auch mit der Synchronisation vom z. B. iPhone zum PC nicht besonders gut; anders herum geht es besser. Hinzu kommt, dass Microsoft momentan sein System überarbeitet und die Hürden für das Installieren von Drittanbieter-Apps in die Höhe schraubt. Was dann mit iTunes passiert, bleibt abzuwarten.

Bei Android sieht es nicht besser aus. Es gibt die App bei Google Play, aber die Beurteilungen sind ziemlich mies.

Das Standard-Menu

Nachdem du die App das erste Mal geöffnet und dich angemeldet hast, fragt dich Apple zunächst nach deinem Musikgeschmack, d. h. nach den Genres, die du gerne hörst. Anschließend öffnet sich das Startfenster.

Grundsätzlich gleichen sich die Funktionen der App für iOS und der für Mac OS weitestgehend. Jedoch weicht die Art der Bedienung etwas voneinander ab (s. u.). Auf mobilen Geräten gibt es neben dem folgenden Menu noch ein weiteres, welches ich unter Einstellung für eigene Playlisten beschreiben werde.

Mediathek

Im Startfenster findest du eine Übersicht über die vorinstallierten Playlisten (iPad)

• Zuletzt gespielt
• Meine Top 25
• Meine Lieblingstitel
• Klassische Musik
• Musik der 90er

bzw. zusätzlich eine klick-bare Liste

• Playlisten
• Künstler
• Albums
• Titel
• und die einzelnen, zuletzt hinzugefügten Titel, Alben oder eigene Playlisten (iPhone)
• sowie Genres (Mac: gespielte Musiktitel in Kategorien sortiert)

Für dich

In diesem Fenster bietet dir Apple einen speziell für dich zusammengestellten Musik-Mix an. Auch siehst du hier noch einmal deine zuletzt gespielten Songs.

Darüber hinaus werden dir öffentliche Playlisten, Alben und Künstler-Playlisten vorgeschlagen. Die Vorschläge orientieren sich an der von dir gehörten Musikrichtung. Also je häufiger du Musik hörst, desto passender sind die Angebote oder sollten es zumindest sein. Am Ende findest du die Vorstellung von Neuheiten und Posts von Nutzern über Connect.

Entdecken

Das Angebot in diesem Fenster ähnelt dem Für dich, nur dass die vorgestellte Musik (Videos, Hörbücher …) weniger auf dich zugeschnitten ist, sondern sich am aktuellen Trend orientiert und mit einer Portion Werbung für Apple Play-Listen verbunden ist.

Unter Neue Musik findest du am unteren Ende dieser Liste  Bald erhältlich (Coming soon). Hier stellt Apple dir einige Alben vor, die in den folgenden Wochen in das Angebot aufgenommen werden. Wenn du dich für eines interessierst, klickst du es an. Mit Hinzufügen kannst du dieses Album reservieren. Sobald es veröffentlich ist, wird es automatisch in deine Mediathek aufgenommen.

Darüber hinaus findest du hier Music Videos, Top Charts (Songs, Daily Top 100, Albums und Videos) sowie die Rubriken Genres und TV & Film.

Radio

Du kannst Sender unterschiedlicher Musikrichtungen hören, z. B. nur Schlager oder nur Dance-Hits.

Suchen

Genau das tust du hier – nach Titeln etc. suchen. Dabei werden dir zusätzlich im Trend liegende Vorschläge gemacht. Diese orientieren sich einerseits an deinen zuvor gesuchten Songs und andererseits an den aktuellen Charts.

Grundeinstellungen

Wie bei Apple üblich nimmst du diese in den System-Einstellungen des Geräts › Musik vor:

› Musik vor:
• Apple Music zeigen
• Mediathek (Genius – sendet u. a. Informationen über deine Musik an Apple!)
• iCloud-Musikmediathek (Synchronisiert deine Geräte)
• Angabe zur Speicherbelegung deiner Musik-Downloads
• Anpassung der Wiedergabe
• Privatfreigabe

Einstellung für eigene Playlisten

Möchtest du eigene Playlisten anlegen, musst du auf dem iPhone unter Mediathek eigene Playlist-Songs (Genius) aktivieren. Wenn du anschließend die App öffnest, findest du am unteren Rand ein verändertes Menu:

Mediathek – Connect – Radio – Suche

Im Startfester hast du jetzt aber die Möglichkeit, eine eigene Play-Liste zu erstellen, indem du das Quadrat Neue Playliste anklickst. Dieser gibst du dann einen Namen und speicherst sie.

Anschließend kannst du in den System-Einstellungen wieder zum Original-Layout zurückkehren. Deine neue Play-Liste erscheint jetzt zusätzlich zu den vorgegeben und du öffnest sie wie alle anderen auch.

Auf dem Mac gehst du wie folgt vor:
› Musik
›› Rechts-Klick auf Musik-Playlists
››› neue Playlist

Titel zu einer Play-Liste hinzufügen

Wie fügst du nun einen Titel zu deiner oder einer anderen Playliste hinzu? Du klickst auf den …-Punkt rechts außen neben dem Cover und den Angaben zum Song. Daraufhin erscheint ein Popup mit folgenden Möglichkeiten:

• Download
• aus der Mediathek löschen
• zu einer Play-Liste hinzufügen
• als nächstes spielen
• einen Radiosender erstellen
• Teilen
• Like / Dislike

Klickst du zu einer Play-Liste hinzufügen an, siehst du alle verfügbaren Listen und wählst die, in der du den Titel speichern möchtest

› speichern ›› der Titel erscheint in der Liste.

Apple Music

Offline hören

Um deine Musik offline hören zu können, klickst du einfach nur die Wolke mit dem Pfeil nach unten neben dem jeweiligen Titel an.

Links und Angebote

Apple Music gibt es auf Dauer nicht kostenlos. Du kannst es lediglich 3 Monate zur Probe nutzen. Solltest du es weiterhin nutzen wollen, musst du es abonnieren: In Deutschland und Österreich kostet die Einzelmitgliedschaft 9,99 €, die Familienmitgliedschaft 14,99 € oder die Studentenmitgliedschaft 4,99 € (jeweils pro Monat). Abgesehen von der Studentenmitgliedschaft unterscheidet sich die Preisgestaltung also nicht von der von z. B. Spotify.

Darüber hinaus bietet Apple eine Jahresmitgliedschaft für Einzelpersonen für 99,00 € (12 Monate zum Preis von 10) an. In der Schweiz sind die Preise mit CHF 12,90 (Einzel-Abo), CHF 19,90 (Familie), CHF 6,50 (Studierende) und CHF 129,00 (Jahres-Abo) etwas höher.

» Google Play

» iTunes | Windows

Da Apple Music sowohl im Angebot StreamOn der Telekom als auch beim Vodafone Pass Music enthalten ist, kannst du unterwegs Musik hören, ohne das sich dies auf dein gebuchtes Datenvolumen auswirkt.

Fazit

Es hat sich viel getan, zumindest für (reine) Apple Nutzer. Bezüglich des Musik-Angebots gibt es offensichtlich keine Unterschiede mehr zu Spotify. Selbst etwas ausgefallenere Titel konnte ich bei beiden finden.

Beim Layout sind die Unterschiede schon etwas auffälliger. Das Design ist bei Apple moderner, mit größeren Cover-Fotos, was allerdings mehr Scrollen zur Folge hat.

Dass es keine kostenlose Version gibt sehe ich nicht unbedingt als Nachteil an, da die Anbieter solcher Dienste ja auch für ihre Arbeit bezahlt werden wollen/sollten. Ansonsten sind beide Abos zum gleichen Preis zu haben.

Was könnte besser sein?

Die Art der Bedienung ist bei Apple zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Andererseits hat Apple Music durch die Verknüpfung mit iTunes was die Integration von eigener Musik angeht einen kleinen Vorteil gegenüber Spotify.

Was aber definitiv noch nicht so gut funktioniert, ist die Verwendung und Synchronisation auf Geräten mit unterschiedlichen Nicht-Apple-Betriebssystemen und die für manche schwer zu durchschauende Verknüpfung mit iTunes. Hier geht ein kleiner Punkt klar an Spotify, weil sich die Anwendungen für alle Geräten in Funktion und Design gleichen.

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2 Gedanken zu “Apple Music | Was kann der Streaming Dienst?”