Apple Music | Was kann der Streaming Dienst?

Apple Music setzt alles daran gegen andere Musik-Streaming-Diensten zu bestehen. Sogar mehr noch, es versucht verstärkt dem Platzhirsch Spotify den Rang abzulaufen. Apple hat ein unheimliches Tempo vorgelegt, seinen Dienst zu optimieren und in punkto Titel-Angebot inzwischen ebenfalls die 40 Millionen Marke überschritten. Im September 2017 hatte der Dienst ca. 30 Millionen Abonnenten. Wie gut und nutzerfreundlich ist Apple Music aber tatsächlich? + English version

Apple Music

Apple Music – Vorbemerkungen

Zunächst einmal ist Apple Music ein Dienst wie Spotify, Deezer u. ä. auch. Vereinfacht gesagt suchst du nach Titeln, Alben, Interpreten oder lässt sie dir vorschlagen. Anschließend streamst du die Musik und hörst sie online bzw. speicherst sie zum Offline hören.

Genauer betrachtet handelt es sich jedoch um eine Art Zwitter. Denn Apple Music ist eng mit iTunes verknüpft. Das bedeutet, dass du nicht nur Titel aus dem Netz anhören kannst, sondern auch solche, die du vorher in iTunes hochgeladen oder dort gekauft hast und die somit dir gehören.

Verfügbarkeit

Wie der Name bereits sagt, ist der Dienst fest in das Apple-Imperium mit seiner iCloud integriert. Für alle, die ausschließlich Apple Geräte nutzen, hat das natürlich gewisse Vorteile. Die meisten werden aber wohl mit unterschiedlichen Systemen arbeiten und da wird es etwas komplizierter.

So kannst du auf deinem Windows PC / Laptop iTunes installieren. Das funktioniert auch für eigene Musik (hochgeladen / gekauft) recht gut, das Streamen bzw. das Hören von Playlisten ist jedoch schwieriger. Des weiteren klappt es auch mit der Synchronisation vom z. B. iPhone zum PC nicht besonders gut; anders herum geht es besser. Hinzu kommt, dass Microsoft momentan sein System überarbeitet und die Hürden für das Installieren von Drittanbieter-Apps in die Höhe schraubt. Was dann mit iTunes passiert, bleibt abzuwarten.

Bei Android sieht es nicht besser aus. Es gibt die App bei Google Play, aber die Beurteilungen sind ziemlich mies.

Das Standard-Menu

Nachdem du die App das erste Mal geöffnet und dich angemeldet hast, fragt dich Apple zunächst nach deinem Musikgeschmack, d. h. nach den Genres, die du gerne hörst. Anschließend öffnet sich das Startfenster.

Grundsätzlich gleichen sich die Funktionen der App für iOS und der für Mac OS  weitestgehend. Jedoch weicht die Art der Bedienung etwas voneinander ab (s. u.). Auf mobilen Geräten gibt es neben dem folgenden Menu noch ein weiteres, welches ich unter Einstellung für eigene Playlisten beschreiben werde.

Mediathek

Im Startfenster findest du eine Übersicht über die vorinstallierten Playlisten (iPad)

Zuletzt gespielt
Meine Top 25
Meine Lieblingstitel
Klassische Musik
Musik der 90er

bzw. zusätzlich eine klick-bare Liste

Playlisten
Künstler
Albums
Titel
und die einzelnen, zuletzt hinzugefügten Titel, Alben oder eigene Playlisten (iPhone)
sowie Genres (Mac: gespielte Musiktitel in Kategorien sortiert)

Abbildung 1+ Alle Abbildungen

Für dich

In diesem Fenster bietet dir Apple einen speziell für dich zusammengestellten Musik-Mix an. Auch siehst du hier noch einmal deine zuletzt gespielten Songs.

Darüber hinaus werden dir öffentliche Playlisten, Alben und Künstler-Playlisten vorgeschlagen. Die Vorschläge orientieren sich an der von dir gehörten Musikrichtung. Also je häufiger du Musik hörst, desto passender sind die Angebote oder sollten es zumindest sein. Am Ende findest du die Vorstellung von Neuheiten und Posts von Nutzern über Connect.
Abbildung 2

Entdecken

Das Angebot in diesem Fenster ähnelt dem Für dich, nur dass die vorgestellte Musik weniger auf dich zugeschnitten ist, sondern sich am aktuellen Trend orientiert und mit einer Portion Werbung für Apple Play-Listen verbunden ist.

Radio

Du kannst Sender unterschiedlicher Musikrichtungen hören, z. B. nur Schlager oder nur Dance-Hits.
Abbildung 3

Suchen

Genau das tust du hier – nach Titeln etc. suchen. Dabei werden dir zusätzlich im Trend liegende Vorschläge gemacht. Diese orientieren sich einerseits an deinen zuvor gesuchten Songs und andererseits an den aktuellen Charts.
Abbildung 4

Grundeinstellungen

Wie bei Apple üblich nimmst du diese in den System-Einstellungen des Geräts › Musik vor:

Apple Music zeigen
Mediathek (Genius – sendet u. a. Informationen über deine Musik an Apple!)
iCloud-Musikmediathek (Synchronisiert deine Geräte)
Angabe zur Speicherbelegung deiner Musik-Downloads
Anpassung der Wiedergabe
Privatfreigabe

Abbildung 5

Einstellung für eigene Playlisten

Möchtest du eigene Playlisten anlegen, musst du auf dem iPhone unter Mediathek eigene Playlist-Songs (Genius) aktivieren. Wenn du anschließend die App öffnest, findest du am unteren Rand ein verändertes Menu:

Mediathek – Connect – Radio – Suche

Im Startfester hast du jetzt aber die Möglichkeit, eine eigene Play-Liste zu erstellen, indem du das Quadrat Neue Playliste anklickst. Dieser gibst du dann einen Namen und speicherst sie.

Anschließend kannst du in den System-Einstellungen wieder zum Original-Layout zurückkehren. Deine neue Play-Liste erscheint jetzt zusätzlich zu den vorgegeben und du öffnest sie wie alle anderen auch.
Abbildung 6

Auf dem Mac gehst du wie folgt vor:

› Musik
›› Rechts-Klick auf Musik-Playlists
››› neue Playlist

Abbildung 7

Titel zu einer Play-Liste hinzufügen

Wie fügst du nun einen Titel zu deiner oder einer anderen Playliste hinzu? Du klickst auf den …-Punkt rechts außen neben dem Cover und den Angaben zum Song. Daraufhin erscheint ein Popup mit folgenden Möglichkeiten:

Download
aus der Mediathek löschen
zu einer Play-Liste hinzufügen
als nächstes spielen
einen Radiosender erstellen
Teilen
Like / Dislike

Klickst du zu einer Play-Liste hinzufügen an, siehst du alle verfügbaren Listen und wählst die, in der du den Titel speichern möchtest

› speichern ›› der Titel erscheint in der Liste.
Abbildung 8

Offline hören

Um deine Musik offline hören zu können, klickst du einfach nur die Wolke mit dem Pfeil nach unten neben dem jeweiligen Titel an.

Links und Angebote

Apple Music gibt es auf Dauer nicht kostenlos. Du kannst es lediglich 30 Tage zur Probe nutzen. Solltest du es weiterhin nutzen wollen, musst du es abonnieren: Einzelmitgliedschaft 9,99 €, Familienmitgliedschaft 14,99 € oder Studentenmitgliedschaft 4,99 € (jeweils pro Monat). Abgesehen von der Studentenmitgliedschaft unterscheidet sich die Preisgestaltung also nicht von der von z. B. Spotify.

Beim Sponsoring durch die Telekom Deutschland hat Apple Music Spotify abgelöst. So hast du, sofern du bei diesem Anbieter einen Mobilfunkvertrag hast, momentan die Möglichkeit, Apple Music 6 Monate kostenlos zu nutzen. Außerdem ist der Dienst auch in das neue Angebot StreamOn integriert. Näheres bei der Telekom.

Fazit

Es hat sich viel getan, zumindest für (reine) Apple Nutzer. Da ich zur Zeit Apple Music und Spotify parallel verwende, liegt es nahe, dass ich bei meiner Bewertung diese beiden Dienste vergleiche.

Bezüglich des Musik-Angebots gibt es offensichtlich keine Unterschiede mehr. Selbst etwas ausgefallenere Titel konnte ich bei beiden finden.
Beim Layout sind die Unterschiede schon etwas auffälliger. Das Design ist bei Apple moderner, mit größeren Cover-Fotos, was allerdings mehr Scrollen zur Folge hat.

Dass es keine kostenlose Version gibt sehe ich nicht unbedingt als Nachteil an, da die Anbieter solcher Dienste ja auch für ihre Arbeit bezahlt werden wollen/sollten. Ansonsten sind beide Abos zum gleichen Preis zu haben.

Was könnte besser sein?

Die Art der Bedienung ist bei Apple nicht ganz so gut gelöst (zumindest wenn du Spotify gewöhnt bist). Meiner Meinung nach ist es nicht ganz so intuitiv, insbesondere was das Anlegen und Verwalten von Play-Listen angeht. Andererseits hat Apple Music durch die Verknüpfung mit iTunes was die Integration von eigener Musik angeht einen kleinen Vorteil gegenüber Spotify.

Was aber definitiv noch nicht so gut funktioniert, ist die Verwendung und Synchronisation auf Geräten mit unterschiedlichen Nicht-Apple-Betriebssystemen und die für manche schwer zu durchschauende Verknüpfung mit iTunes. Der Punkt geht ganz also klar an Spotify, weil sich die Anwendungen für alle Geräten in Funktion und Design gleichen.

Inzwischen habe ich, die ausschließlich mit Apple Geräten arbeitet, von Spotify zu Apple Music gewechselt.

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