Opera Software | Opera mit VPN und Neon Browser

Opera Software ASA wurde 1995 in Oslo (Norwegen) gegründet. Jetzt wurde das Unternehmen, zumindest in Teilbereichen, nach China verkauft. Opera führte als erster Browser-Tabs ein. Inzwischen bietet das Unternehmen mehrere gute Browser für unterschiedliche Anforderungen an. Dennoch führt der Opera Browser bis heute ein Schattendasein. Zu Recht?

Opera Software

Opera Software – die Browser-Familie

Opera Browser bestechen durch ihr modernes flaches Design ohne viel Schnickschnack. Infolgedessen ist die Bedienung aller Browser-Versionen intuitiv und unkompliziert. Darüber hinaus kannst du die Browser von Opera Software auf all deinen Geräten installieren und synchronisieren.

Opera Homepage

Hinsichtlich Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit ist Opera vergleichbar mit Chrome oder Firefox und vielleicht besser als Safari. Wie schnell ein Browser Webseiten lädt, ist natürlich immer auch abhängig vom Gerät, der Internet-Geschwindigkeit vor Ort und der Programmierung der aufgerufenen Webseite. Trotzdem liegt Opera bzgl. des Marktanteils nach wie vor weit hinter den bekannteren Konkurrenten:

Chrome 35,9% – Firefox 23,3% – Safari 20 % – Internet Explorer 7,7% – Opera 1,5 % (Browser-Statistik für Deutschland vom 21.12.2017)

Desktop-Browser

Ist der Browser geöffnet, siehst du dein Schnellwahl-Fenster (Speed Dial). Häufig genutzte Bookmarks legst du als Kacheln dort ab. Als Browser-Hintergrundbild kannst du eines aus der Opera-Auswahl oder ein eigenes Foto und zwischen hellem und dunklem Design wählen. Nachdem du ein Foto vom PC hochgeladen hast, wird es in deiner Opera-Auswahl gespeichert.

Auf dem iMac findest du Aktionen wie Privater Modus (Incognito), Drucken … über die Mac-Status-Leiste. In Windows öffnest du dafür das Opera Menu. Dazu klickst du das rote O links oben an.

Abbildung 1+ Alle Abbildungen

Seitenleiste des Browser-Fensters

Sie ist ein Faktor, der das Arbeiten mit Opera so intuitiv macht. du erlangst hier schnellen Zugriff auf Lesezeichen, einen News-Feed, geöffnete Tabs, den Browser-Verlauf, Erweiterungen und Einstellungen. Wenn du neu zu Opera wechselst, hast du die Möglichkeit, in deinem vorherigen Browser angelegte Lesezeichen in Opera zu importieren. Welche Optionen du sehen möchtest, legst du in den Einstellungen für die Seitenleiste (rechts oben im Speed Dial Fenster) fest.

Messenger Integration

Das letzte Update von Opera Software im Mai brachte die Verbindung zu drei häufig genutzten Messengers mit. Von der Seitenleiste kannst du direkt auf den Facebook Messenger, Telegram und WhatsApp zugreifen. Nach dem ersten Anklicken des entsprechenden Icons meldest du dich an, siehst die Liste deiner Chat-Partner und kannst mit ihnen kommunizieren.

News-Feed

Ein Klick auf die Zeitung öffnet deine persönlichen Nachrichten. Die Themen und Nachrichten-Quellen stellst du dir ganz nach deinen Interessen zusammen.

Tabs und Verlauf

… ermöglichen dir die Übersicht über alle Tabs, die im öffentlichen und privaten Modus geöffnet sind.
Wie bei anderen Browsern findest du unter Verlauf eine Liste aller aufgerufene Seiten. Darüber hinaus kannst du ihn hier auch löschen.

Lesezeichen

… legst du an einem der folgenden Orten ab:

im Schnellwahl-Fenster,
in der Lesezeichenleiste,
unsortiert
oder in einem (der) selbst erstellten Ordner.

Um ein neues Lesezeichen abzulegen, klickst du auf das kleine Herz in der Suchleiste rechts neben der URL. Daraufhin klappt ein Menu herunter. Du suchst dir eines der vorgeschlagenen Bilder aus und entscheidest, wo du das Lesezeichen ablegen möchtest. Anschließend zeigt die Kachel das von dir gewählte Bild. Alle Lesezeichen können jederzeit untereinander oder in andere Ordner verschoben werden. Außerdem kannst du die Lesezeichenleiste nach Belieben ein- oder ausblenden.

Erweiterungen

Für den Browser von Opera Software gibt es ebenfalls Add-ons, wenn auch nicht so viele wie bei anderen Browsern. Andererseits sind einige Funktion, die sonst eines Add-ons bedürfen, bereits integriert. Die Übersicht listet deine installierten Erweiterungen auf, weist auf etwaige Updates hin und ermöglicht es, zusätzliche Erweiterungen zu installieren.
+ Abbildung 2

Einstellungen

Es gibt kaum etwas, was du nicht einstellen kannst.
Die Anmeldung bei Opera Software ist optional. Falls du eine Synchronisation auf allen Geräten wünschst, musst du dich anmelden. Danach stehen alle Browser-Daten, ähnlich wie bei Chrome (Desktop + Android) oder Safari (Apple-Geräte), über dieses Opera-Konto überall zur Verfügung.
+ Abbildungen 3 bis 6

VPN

Ab der Version 40.0 hat Opera Software einen Energiesparmodus und einen Werbeblocker integriert. Zusätzlich bringt der Browser auch kostenloses VPN mit.
Opera erklärt hierzu (Zusammenfassung):

Normalerweise stellt dein Browser die Verbindung zu Webseiten direkt her. Die Webseiten können dann deine IP-Adresse und deinen ungefähren Standort ermitteln. Bei Verwendung eines VPN wird die Verbindung zu Webseiten über einen VPN-Server hergestellt.

Wie funktioniert VPN?

Bei VPN handelt es sich um ein Virtuelles Privates Netzwerk, das die Vertraulichkeit und Geheimhaltung durch Verschlüsselung der Daten hergestellt.

Für die Webseiten erscheint es so, als befände sich Ihr Browser im Land der virtuellen IP-Adresse. Sie können Ihren virtuellen Standort durch Auswahl eines Landes aus der Liste ändern. Wird kein Land ausgewählt, wird Ihnen automatisch ein „optimaler Standort“ zugewiesen.
Da die Verbindung von Ihrem Browser zum VPN-Server verschlüsselt ist, verbessert das VPN den Datenschutz im lokalen Netzwerk auch dann, wenn das lokale Netzwerk unverschlüsselt ist.
Um Ihre Privatsphäre in Bezug auf Webseiten besser zu schützen und es Webseiten zu erschweren, Ihre Aktivitäten zu verfolgen, benötigen sie eine Kombination von Funktionen. Das Problem liegt bei den Cookies. Selbst wenn Sie Ihren Standort verschleiern, können Webseiten Sie trotzdem identifizieren, sofern sie einen Cookie platziert haben.
Durch das Blockieren von Werbung wird allerdings die Quelle vieler Tracking-Cookies blockiert. Und wenn Sie am Ende einer privaten Surfsitzung den Browser schließen, werden alle Cookies der Sitzung gelöscht.

Abbildung 7

VPN aktivieren

iMac:
Zunächst öffnest du den Browser und klickst auf der Startseite links auf Einstellungen. Anschließend auf …

› Datenschutz und Sicherheit
›› VPN
››› Haken setzen.

Windows: Im geöffneten Start-Fenster des Browsers klickst du links oben neben den Tabs auf das rote O. In der Liste gehst du auf …

› Einstellungen
›› Datenschutz und Sicherheit
››› VPN
›››› Haken setzen.

Anschließend surfst du automatisch im VPN-Modus. Dein Computersystem verwendet dann nicht mehr die ursprünglichen Proxy-Einstellungen.
Wenn du das VPN-Zeichen in der Suchleiste anklickst, öffnet sich ein Fenster für Schnell-Einstellungen und Zusatzinformationen:

Direktes Ein-/Ausschalten des VPN-Modus
Übersicht über die übertragenen Daten
Einstellung des gewünschten virtuellen Standorts
Deine IP-Adresse

Vorteile von VPN

Nach wie vor kannst du noch Standard oder incognito surfen. Der private Modus ermöglichte schon vorher ein anonymes Surfen, aber du musstest dich entscheiden, welches Fenster sich beim Browser-Start automatisch öffnet. Meistens ist dies das Standard-Fenster und du musst die private Seite dann extra aufrufen. Beim Browser von Opera Software wäre VPN automatisch immer aktiviert.

Außerdem ist mit VPN das Surfen auch im Standard-Modus anonymer geworden. Es ist nicht mehr so einfach, deine Surfaktivitäten zu verfolgen. Darüber hinaus verschleiert VPN deinen Standort und speichert etwaige Cookies nicht mehr dauerhaft.

Somit liegt der Vorteil darin, dass du nicht mehr zwischen den zwei Modi wechseln musst und deine Daten trotzdem verschlüsselt sind.

Nachteile

Ein kleiner Nachteil ist, dass das Öffnen mancher Webseiten etwas länger dauert. Falls dich dies bei wichtigen Webseiten stört, kannst du VPN wie oben beschrieben über den Schalter schnell aus- und einschalten.

VPN steht bisher nur für Mac- und Windows-Versionen zur Verfügung; Linux soll zeitnah folgen. Wann die Versionen für mobile Geräte angepasst werden, ist noch offen. Mit Opera Coast für iOS surfst du bereits jetzt anonym.

Opera 50 – Update Januar 2018

Der integrierte Ad-Blocker verhindert jetzt auch Bitcoin-Mining:
› Einstellungen ›› Block ads ››› NoCoin (Schutz vor Crypto-Währungs-Mining).

Unterstützung von Chromecast:
› Einstellungen ›› Browser ››› Nutzer-Oberfläche ›››› Aktiviere Chromecast Support.

VR-Player mit Beenden-Button.

Bessere Video-Wiedergabe auf Macs.

Webseiten als PDF speichern.

Funktionelleres Tab Context Menü.

Verbesserung des Währungs- und Maßeinheiten-Umrechners.

Optimierung von VPN.

Neon, das jüngste Familienmitglied

Im Januar 2017 erblickte ein neuer Browser von Opera Software das Licht der Welt. Neon für Mac und Windows verfolgt einen völlig anderen Ansatz als die bisherigen Desktop-Browser. So gibt es zunächst nicht mehr das klassische Browser-Fenster, sondern ein transparentes Overlay über deinen Bildschirm.

Auch die herkömmlichen Tabs suchst du vergeblich. Außerdem ist jede Schnellwahl-Kachel jetzt eine Blase, die zerplatzt, wenn du sie entfernst. Genauso werden die geöffneten Tabs zu Blasen, die sich am rechten Browser-Rand untereinander anordnen. Bewegst du den Cursor über eine Blase, hast du zwei Möglichkeiten:

Entweder du klickst sie an und
› die entsprechende Webseite öffnet sich,

oder du klickst auf das kleine x am Blasenrand und
› die Blase verschwindet = der Tab ist geschlossen.

Bezüglich der Einstellungen gibt es keine allzu großen Unterschiede zum Opera-Browser. So hast du ebenfalls die Möglichkeit inkognito zu surfen. VPN fehlt jedoch (noch?). Allerdings geht Neon sehr strikt mit unverschlüsselten Webseiten um. Sobald du einen Link zu einer solchen Webseite aufrufen möchtest, erscheint ein weißes Fenster mit einem Warnhinweis. Erst wenn du diesen anklickst, kannst du nach erneuter Warnung diese unsichere Seite öffnen.
Abbildung 8

Neue (andere) Funktionen

Als erstes gibt es Unterschiede in der linken Seitenleiste (zur Nummerierung siehe 1. Abbildung):

1 Über das + öffnest du eine neue Blase = neuer Tab

2 Hier kannst du Musik oder Videos abspielen und gleichzeitig auf einer anderen Webseite weiterlesen.

3 Nachdem du das Symbol angeklickt hast, kannst du schnell und einfach einen Bereich auf einer Webseite fotografieren.
› Die Screenshots landen dann hier, von wo aus du sie z.B. in sozialen Netzwerken teilen kannst.

4 Im diesem Download-Ordner findest du deine heruntergeladenen Dateien, ebenfalls in Form von Blasen.

5 Zusätzlich befindet sich am unteren Ende der Leiste ein Menu, mit einigen Schnellzugriffen.

Abbildung 9

Geteilter Bildschirm

Abschließend darf diese Funktion nicht vergessen werden. So kannst du zwei beliebige Webseiten parallel nebeneinander öffnen. Während eine Webseite geöffnet ist, ziehst du eine Blase aus der rechten Seitenleiste über den Rand oberhalb der Webseite. Danach erscheint eine Zeile mit zwei Symbolen. Du entscheidest, ob die neue Seite in der linken oder rechten Ansicht dargestellt wird. Möchtest du sie links haben, lässt du die Blase über dem Bereich der linken Ansicht los. Somit kannst du z. B. links deine Twitter-Timeline im Auge behalten und gleichzeitig rechts meinen Blog lesen.

Opera classic

Es scheint so, dass Opera auf dem iMac / MacBook etwas schneller als Safari ist. Insbesondere der Download funktioniert besser. Deshalb lohnt es sich, ihn als Standard-Browser zu setzen.
Da die Diskussion über die Qualität und Sicherheit des Internet Explorers oder seines Nachfolgers Edge ist wahrscheinlich so alt wie Windows, ist Opera eine gute Alternative.

Mobile Apps

Die Classic-Version für Android entspricht weitestgehend der Desktop-Version und bietet mit Ausnahme der Änderung des Hintergrundbilds dieselben Möglichkeiten. Er ist wesentlich besser als der Stockbrowser und in etwa vergleichbar mit Chrome. Vorteile von Opera sind die Schnellwahl, die intuitivere Handhabung und der Ausschalt-Button (welchen ich bei Chrome schon immer vermisse). Du kannst Opera als Standard setzen und die App ist kostenlos.

Bemerkenswert bei Opera Mini ist die Möglichkeit der Komprimierung von Web-Seiten, Bildern und Videos. Dies dient zur Einsparung mobiler Daten und schnellerem Laden von Seiten auch bei langsamer Datenübertragungsgeschwindigkeit. Deshalb ist Opera mini gerade für ältere und/oder schwächere Smartphones geeignet. Der Browser läuft auf Android-Geräten flüssig und kann als Standard-Browser eingestellt werden.
Aufgrund der Restriktionen von Apple kann Opera Mini auf iPhones / iPads nur zusätzlich zu Safari verwendet werden. Er läuft aber nicht ganz so flüssig wie bei Android-Geräten. Zumindest auf dem iPhone 6 plus blieb er manchmal hängen.

Die Opera classic App ist kostenlos

Opera mini ist kostenlos

Opera Coast

Diesen, an Touch-Screens bestens angepassten Browser gibt es nur für iPhones oder iPads. Jedoch kannst du ihn auch nicht zum Standard-Browser machen. Seit Februar ist er jedoch nicht mehr nutzbar. Opera hat das Projekt inzwischen wohl ganz eingestellt und Coast ist aus dem App Store verschwunden.

Fazit

Die Browser von Opera Software, insbesondere Opera für Desktops und Android sind empfehlenswert. Die Desktop-Browser erhalten noch regelmäßig Updates und neue Features. Also noch scheint sich der Verkauf nach China (noch) nicht allzu negativ auszuwirken.

Mein erster Eindruck von Neon ist soweit positiv. Er läuft flüssig und an das neue Erscheinungsbild habe ich mich recht schnell gewöhnt. Trotzdem kann es passieren, das die Blasen irgendwann unübersichtlich werden. Also immer mal wieder aufräumen. Die Möglichkeit, zwei Webseiten parallel zu nutzen, gefällt mir ebenfalls gut. Das gibt es zwar auch schon bei anderen Browsern, aber dort ist es nicht so intuitiv gelöst.

… und die anderen?

Safari wirkt im Vergleich immer noch etwas altbacken, auch wenn sich langsam etwas bewegt (sorry Apple).

Firefox läuft flüssiger, solange nicht zu viele Plugins aktiv sind. Danke Quantum ist auch das Design inzwischen auf der Höhe der Zeit.

Wie sich Edge entwickelt bleibt abzuwarten. Noch wird ständig an ihm geschraubt, was nicht für eine finale Version spricht.

Und der beliebte Chrome Browser? Leider ist er recht resourcen-hungrig.

Opera erscheint mir jedoch immer noch einen Tick aufgeräumter und läuft ebenfalls flüssig. Einige Sicherheits- und Daten-Sparfunktionen sind bereits eingebaut und müssen nicht als Add-ons / Plug-ins zusätzlich installiert werden. Das ist vor allem für mobile Geräte interessant.

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2 Gedanken zu “Opera Software | Opera mit VPN und Neon Browser”