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Affinity Photo und Designer | Professionelle Bildbearbeitung

√ Serif bietet mit Affinity Designer und Affinity Photo zwei noch nicht so populäre Programme zur Bildbearbeitung an. Zunächst waren sie nur für Mac erhältlich, inzwischen gibt es beide auch für Windows sowie Photo für neuere iPads / iPad Pro. Worin unterscheiden sich die beiden Programme? Was können sie und für wen sind sie geeignet?

Affinity Bildbearbeitungsprogramme

In meinem Beitrag Fotos aus dem Internet habe ich die Vor- und vor allem die Nachteile fremder Bilder auf der eigenen Webseite dargestellt. Um das Dilemma mit Urheberrechten etc. zu umgehen, bietet es sich an, eigene Bilder zu verwenden.

Unabhängig davon, wie gut deine Fotos sind, ist es keine gute Idee, sie unbearbeitet auf deine Webseite hochzuladen. Einerseits passt das Format / Bildmaß meistens nicht in dein Layout. Andererseits ist die Datenmenge viel zu groß. 2-5 MB pro Foto verlangsamen die Ladezeit deiner Seite so, dass es sich definitiv negativ auf dein Ranking auswirken würde.

Außerdem ist es manchmal notwendig, das Foto zu retuschieren oder mit grafischen Elementen zu verändern. Also brauchst du ein Bildbearbeitungs- und/oder Grafikprogramm wie beispielsweise Affinity.

Affinity Photo

Es handelt es sich um ein klassisches Fotobearbeitungs-Programm. Somit beginnst du normalerweise mit einem deiner Fotos. Wenn du es in die Bearbeitungsmaske gezogen oder hochgeladen hast, stehen dir alle üblichen Werkzeuge zur Verfügung.

Du arbeitest mit verschiedenen Ebenen, sodass du deine Veränderungen jederzeit rückgängig machen kannst, ohne das Ausgangs-Foto oder andere Bearbeitungs-Schritte zu zerstören. Auch die Bearbeitung von RAW-Dateien ist möglich.

Affinity Photo

Und das auf einer klar gegliederten Oberfläche mit einfachem Zugriff auf alle Werkzeuge (größtenteils mit Kurzbeschreibung). Unterhalb des Arbeitsbereichs bekommst du Tipps angezeigt. Falls du etwas ‚Unmögliches‘ versuchen solltest, erhältst du einen (Warn-)Hinweis. So kannst du dich relativ schnell einarbeiten.

Bearbeitungswerkzeuge

Ansichtswerkzeug (Schwenken), Auswählen, Zuschneiden, Auswahlpinsel, Zauberstab, Auswahlrahmen, Lasso, Hintergrundradierer, Verlauf, Malpinsel, Farbwechsler, Pixelwerkzeug, Farbmischer, Radieren, Bereich radieren, Mittelung

Abwedeln, Nachbelichten, Schwamm, Klonen, Rückgängig-Pinsel, Weichzeichnen, Scharfzeichnen, Knotenwerkzeug, Verwischen, Reparieren, Flecken entfernen, Schönheitsfehler entfernen, Restaurieren, Rote Augen korrigieren, Zeichenstift

Formen, Grafiktext, Rahmentext, Gitterverzerrung, Perspektive, Zoomen, Bereich füllen

Anpassung von Belichtung, Schatten etc.

Affinity Designer

Auch mit diesem Programm ist Fotobearbeitung möglich. Der Schwerpunkt liegt jedoch beim Erstellen von Grafiken. Deshalb gibt es zwei Bereiche. Im ersten findest du alle Grafikwerkzeuge sowie ein Vektor-Tool; im zweiten einige Standard-Werkzeuge zur Fotobearbeitung. Natürlich ist ein Wechsel zwischen den beiden Bereichen jederzeit möglich, da du in beiden Bereichen mit einzelnen Ebenen arbeitest.

Affinity Designer 170712

Die im Foto-Bereich erstellten Ebenen werden selbstverständlich auch im Design-Bereich angezeigt. Die Reihenfolge aller Ebenen ist durch Verschieben beliebig änderbar. Des weiteren hast du die Möglichkeit mehrere Ebenen mit zusammengehörigen Elementen zu einer zu vereinen.

Beispiel für ein Grafikelement mit Unterelementen

Ein Hintergrundbild soll mit einer Text-Box versehen werden:

Du erstellst zunächst ein Rechteck, einen Text und z. B. ein Icon. Anschließend ziehst du den Text und das Icon jeweils an die gewünschte Stelle des Rechtecks. Möchtest du diese Text-Box danach verschieben, vergrößern oder verkleinern, müsstest du auch jedes Unterelement erneut verschieben und anpassen.

Ziehst du jedoch zuvor im Ebenen-Bereich des Editors die Textebene und die Icon-Ebene in die Rechteck-Ebene, bleiben beim Verschieben / Vergrößern oder Verkleinern alle Unterelemente an ihrem Platz und passen sich automatisch mit an.

Assets

Neben einigen vor-installierten Apple-Icons, kannst du eigene Grafikelemente sichern. So erstellst du dein Logo oder ein Element, das du häufig verwendest (bei mir z. B. ein iPhone) und ziehst die Grafik in den Asset-Bereich. Wenn du das nächste Mal ein Bild mit deinem Logo versehen möchtest, brauchst du es nicht hochzuladen oder neu zu erstellen, sondern du ziehst es einfach aus dem Asset-Bereich auf dein Bild. Ein weiterer Vorteil dieser Methode ist, dass dieses Asset quasi roh ist. D. h. du kannst es jedes Mal beliebig anpassen (Größe, Farbe, etwas hinzufügen oder daraus entfernen), was bei einmal gespeicherten / exportierten Grafiken nur begrenzt möglich ist.

Abbildungen zu den hier beschriebenen Funktionen findest du in der PDF (mit englischem Text).

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Erstellen von Grafiken

Wenn du bei Null anfängst, bestimmst du nicht nur die Größe deiner zukünftigen Grafik, du legst auch fest, wofür du sie verwenden möchtest: Druck, Foto, Web, Gerät. Dementsprechend wird das Format direkt an den Verwendungszweck angepasst, ohne dass du erst große Berechnungen anstellen musst. Natürlich kannst du aber auch eigene Größenverhältnisse festlegen.

Speichern / Exportieren

Dein fertiges Foto oder deine Grafik können als PNG, JPEG, GIF, TIFF, PSD, PDF, SVG, EPS, EXR oder HDR exportiert werden. Das gilt sowohl für Affinity Photo als auch für den Designer. Je nach Format und Verwendung passt du außerdem die Qualität an. Bei JPEGs für Webseiten reichen in der Regel 50% – 70% aus. Dein Bild wird so direkt Web-tauglich komprimiert.

Links und Preise

 

Für Windows gibt’s den Download-Link auf der jeweiligen Affinity-Homepage.
Preis:  Jeweils 54,99 €

Preis: 21,99 €

Fazit

Affinity Photo und Affinity Designer sind professionelle Programme, die sich hinter den etablierten nicht verstecken müssen. Wer sich wie ich nie so richtig mit Photoshop anfreunden konnte und wem Online-Programme wie Gimp oder Pixlr nicht ausreichen, der ist mit einem oder beiden Affinity-Programmen sicher gut beraten. Sie sind wesentlich intuitiver aufgebaut und du findest dich wesentlich schneller zurecht, als bei Photoshop.

Während du bei Photoshop zumindest für die Profi-Versionen reichlich tief ins Portemonnaie greifen musst, zahlst du für Affinity deutlich weniger und erzielst ebenfalls professionelle Ergebnisse. Somit sind die Programme auch für kleinere Projekte bezahlbar und auf jeden Fall ihren Preis wert. Auch die Version für iPads hat mich überzeugt. Meiner Meinung nach ist es die erste richtige Fotobearbeitungs-App, die dir alle Gestaltungs-Freiheiten lässt und nicht mehr oder weniger auf vorprogrammierte Masken aufbaut.

Welches Programm für wen?

Für welche Version du dich entscheidest, hängt natürlich davon ab, wo dein Schwerpunkt liegt. Hast du z. B. einen Foto-Blog und möchtest möglichst hochwertige Fotos mit nur kleinen Grafikelementen wie einem kurzen Text veröffentlichen, ist Affinity Photo das Programm der Wahl. Erstellst du aber eigene Grafiken, Logos, Icons etc. sollte es der Designer sein. Während in dieses Programm auch einige Fotobearbeitungswerkzeuge integriert sind, ist mit dem Photo-Programm das Erstellen von professionellen Grafiken nicht wirklich möglich.

Nachteil der Affinity-Programme?

Sehr selten schließt sich das Programm plötzlich. Manchmal vielleicht auch nur, weil zwei fast gleichzeitige Anweisungen einander blockiert haben. Jedoch läßt es sich einfach wiederherstellen und höchstens der letzte Arbeitsschritt muss wiederholt werden. Bisher hat es mich nicht ernsthaft behindert und ich arbeite fast täglich damit.


Welchen / welche Editor verwendest du? Welche Erfahrungen hast du damit gemacht?
Which editor do you use and why?

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