Bloggen | 7 Tipps vor dem Start eines Blogs

√ Eine schnelle Möglichkeit Texte und Bilder zu veröffentlichen ist Bloggen. Du brauchst keinen Verlag, sondern nur einen Internetzugang und schon geht es los. Hört sich also ganz einfach an – ist es das auch?

Bloggen

Bloggen – Was ist das?

Vereinfacht gesagt ist ein Blog eine Art Tagebuch oder Zeitung im Internet. Eine oder mehrere Personen betreiben eine Webseite, auf der sie Beiträge aus ihrem Interessenbereich im Internet teilen. Je nach Thema, kreativen Fähigkeiten und Zeitaufwand, reicht das Spektrum vom einfachen Hobby-Blog oder Online-Tagebuch bis hin zu professionellen und/oder kommerziellen Webseiten.

Bevor du dich jetzt in das Abenteuer Bloggen stürzt, ist es hilfreich, folgende Fragen für dich selbst zu beantworten:

1. Worüber möchtest du bloggen?

Mit diesem Punkt steht und fällt eigentlich schon alles. Inzwischen gibt es unendlich viele Blogs: Am bekanntesten sind wohl Fashion-, Lifestyle-, Do-it-yourself-, Foto- und Reise-Blogs. Einige sind reine Informations-Blogs, andere bieten auch etwas zum Kauf an. Letztere möchte ich in diesem Beitrag außen vor lassen.

Wenn du die Themen-Frage beantwortet hast, stellt sich gleich die nächste: Hast du über dein Thema auch etwas mitzuteilen, was

1 viele Leser (die dich u. U. nicht kennen) interessieren könnte,
2 ihre Fragen beantwortet und/oder ihnen weiterhilft und
3 worüber nicht schon dutzende Blogger in gleicher Weise geschrieben haben?

Das Zauberwort ist Mehrwert: Was finde ich in deinem Blog und was bringt mich dazu, ihn immer wieder zu besuchen? Denn du schreibst für mich und andere Leser, die in der Regel keine Beziehung zu dir als Person haben.

2. Wen möchtest du mit deinem Blog ansprechen?

Zunächst überlegst du, ob du eher privat für Familie, Freunde und Bekannte bloggen möchtest. Oder ob du einen öffentlichen Blog erstellst, mit dem du national und eventuell sogar international Leser ansprichst. Dieser Punkt spielt in zweierlei Hinsicht eine Rolle.

Als erstes interessiert sich dein direktes Umfeld eventuell auch für belanglose, alltäglichen Begebenheiten aus deinem Leben. Das ist bei fremden Lesern eher nicht der Fall. Es sei denn, du bist ein brillanter Geschichtenerzähler und schreibst eine Art Roman über deine Erlebnisse.

Zweitens hat die Ausrichtung deines Blogs später Auswirkungen auf die Wahl der Plattform und die Technik dahinter.

3. Wie soll dein Blog heißen?

Nachdem Thema und Zielgruppe abgehakt sind, braucht dein Blog einen Namen. Das gestaltet sich oft schwieriger als erwartet, denn alle Möglichkeiten haben auch Nachteile. Zum Bloggen über Backen hier ein paar naheliegende und gängige Beispiele mit den daraus resultierenden URLs. Diese würden jeweils entweder mit http://…, https://… und evtl. www.… beginnen und mit einer Domain wie .de, .com o. ä. enden:

1 Eigener Name: Hanna Krause / Hanna Krauses Blog (hannakrause / hannakrausesblog)
2 Thema: Backen / Meine Backrezepte / Hanna bäckt (backen / meinebackrezepte / hannabaeckt)
3 Abkürzung: HKBB / TTKP (hkbb / ttkp)

Der eigene Name ist relativ einzigartig, sagt aber für sich wenig über dich und deinen Blog aus.
Im zweiten Fall weiß jeder sofort um was es geht, jedoch ist die Konkurrenz groß. Gerade als Anfänger wirst du in der Masse untergehen. Darüber hinaus hast du ggfs. ein URL-Problem mit deutschen Umlauten (= besser vermeiden).
Abkürzungen sind ebenfalls recht beliebt, nur weiß zunächst keiner was sich hinter HKBB (HannaKrausesBackBlog) oder TTKP (TolleTortenKuchenPlätzchen) verbirgt. Andererseits sind sie leicht zu merken und gut in eine URL zu integrieren.

Neben der schon erwähnten Schwierigkeit mit deutschen Umlauten, gibt es bei der URL einen weiteren Stolperstein, der sich zu einer fast unüberwindlichen Hürde auswachsen kann. Damit dein Blog im Netz aufrufbar ist, braucht er eine individuelle einmalige URL. Nachdem du dich für eine Plattform (siehe unten) entschieden hast, meldest du deinen Blog-Namen an. Daraus wird dann die URL erstellt.

Das Problem ist jedoch, dass es bereits Millionen URLs gibt. Da kann dein Blog-Name noch so toll sein, wenn es ihn in Verbindung mit der Domain schon gibt, musst du dir einen neuen überlegen. Somit sind Kompromisse kaum zu vermeiden. Also vorab verschiedene Varianten im Browser bzw. mit einem Tool wie beispielsweise Domainabfrage testen.

4. Brauchst du ein Logo – wie soll es aussehen?

Je nachdem, wie professionell du deinen Blog betreiben willst, brauchst du ein Logo für den Kopfbereich und das Webseiten-Icon deines Blogs. Es verschönert nicht nur deine Seite, sondern Bilder bleiben länger in Erinnerung und haben einen höheren Wiedererkennungswert als Namen. Daher gilt für das Logo ähnliches wie für den Namen. Es sollte entweder einen Bezug zu deinem Blog(-thema/-namen) haben oder auffällig und einprägsam sein. Beispielsweise würde, selbst wenn du ein absoluter Hundenarr wärest, ein Hundekopf über deinem Back-Blog (Hundekuchen?) vielleicht verwirren.

Außerdem stellt die Veröffentlichung im Internet weitere Design-technische Anforderungen an dein Logo:

◊ Je übersichtlicher die Gestaltung, desto besser = weniger ist mehr
◊ keine winzigen Motive, kleine Schrift oder dünne Linien (siehe Abbildung 1 oben und Mitte)
◊ klare, voneinander abgegrenzte Farben, höchstens vier
◊ keine Fotos, keine jp(e)g-Dateien, denn
◊ dein Logo muss in allen Größen erkennbar sein und
◊ sich möglichst verlustfrei in unterschiedliche Größen umwandeln lassen.

Deshalb erstellst du dein Logo idealerweise als Vektorgrafik. Hierzu benötigst du ein Grafik- oder gutes Foto-Bearbeitungsprogramm wie z. B. Affinity für Mac. Alternativ kannst du es auch mit einer png-Datei versuchen und mehrere Logos in unterschiedlichen Größen erstellen. Das hat jedoch Abstriche beim Ergebnis zur Folge.

Kostenlose Programme wären z. B. Pixlr (Web-Programm) oder Google Drive Zeichnungen.

Falls du nicht so künstlerisch talentiert bist, gibt es einige spezielle Programme zum Erstellen von Logos, beispielsweise Canva. Die meisten kostenlosen Logo-Programmen bieten dir Design-Vorlagen an und du gestaltest das Logo gratis, musst für die Verwendung des fertigen Produkts aber hinterher bezahlen.
+ Abbildung 1+ Alle Abbildungen »

5. Welche Schriftarten sind geeignet?

Das wichtigste an deinem Blog ist natürlichen der Inhalt. Deshalb sollte der Text gut lesbar und mittels Überschriften klar gegliedert sein. Hierbei spielt die Wahl der Fonts (Schriftarten) und deren Größe eine große Rolle.

Vergiss vor allem die Lesbarkeit auf mobilen Geräten nicht. Das Stichwort ist responsive (sich selbst anpassendes) Design. Was du auf dem PC ohne Probleme lesen kannst, könnte auf einem Smartphone-Bildschirm zur Qual werden.

Am besten entscheidest du dich für zwei unterschiedliche, aber harmonierende Fonts. Sie sollten nicht zu ausgefallen oder selten sein, da dein späteres Theme oder mancher Browser diese eventuell nicht unterstützt. Dann wird automatisch eine Ersatz-Schriftart, meistens Arial, verwendet. Das ist zwar keine Katastrophe, aber dein Text sieht eben u. U. nicht mehr so aus, wie du es beabsichtigt hattest. Eine gute Übersicht findest du bei Google Fonts, wo du auch Font-Kombinationen mit einem Beispieltext anzeigen lassen kannst.
+ Abbildung 2

6. Welche Farben passen zu dir und deinem Blog?

Wie schon beim Logo erwähnt, unterstützen Farben die Attraktivität deines Blogs. Ein einheitlicher Farbton mag bei einem reinen Foto-Blog noch funktionieren. Aber setze auch dort zumindest den Header (Kopfzeile) und Footer (Fußzeile) farblich vom eigentlichen Inhalt ab.

Zunächst stehen (abgetöntes) Weiß für den Text-Hintergrund sowie Dunkelgrau bis Schwarz für die Schrift eigentlich fest. Außerdem ist es üblich, Links mittels einer kräftigen Kontrastfarbe hervorzuheben. Abschließend fehlt nun noch etwas Farbe für den Header, Footer, hervorgehobene Textstellen etc.

Zwei Möglichkeiten zur relativ schnellen Zusammenstellung einer Farbpalette sind: Ausgehend von deiner Lieblingsfarbe suchst du dir mit Hilfe

von Adobe Color CC oder Color Scheme Designer passende Schattierungen, Komplementär- bzw. ähnliche Farben aus
oder du siehst dir auf der Webseite Design Seeds fertige Farbpaletten an. Vielleicht ist eine passende für dich dabei.

Wie schon beim Logo solltest du es nicht zu bunt treiben. Außerdem verwendest du natürlich für deine Webseite und dein Logo die selben Farben – Branding. Weitere Tipps findest du in meinem Artikel Farben im Web-Design._ + Abbildung 3

7. Wie gehst du mit deinem Blog online?

Hast du die Lust am Bloggen noch nicht verloren? Dann wird es jetzt etwas technischer, denn irgendwie müssen deine Texte ja ins Internet. Wie bereits bei der Zielgruppe erwähnt, hängt die Entscheidung für den einen oder anderen Weg davon ab, was du mit deinem Blog beabsichtigst.

1 Dein Blog ist … ein Hobby, eher privat oder für spezielle Communities, nur für einen begrenzten Zeitraum geplant:

› Logge dich bei Blogger (Blogspot) oder Tumblr ein.
Hier kannst du einen oder mehrere Blogs kostenlos erstellen.

2 Du beabsichtigst deinen Blog … längere Zeit zu betreiben, für jeden zugänglich zu machen, auszubauen und eventuell später auf eine eigene Domain umzustellen:

› Melde dich bei WordPress.com oder Jimdo an.
Du startest kostenlos, hast aber die Möglichkeit relativ problemlos zu einer Bezahl-Version zu wechseln.

3 Wenn schon, denn schon … du möchtest das Ganze gleich professionell angehen und auch etwas investieren:

› Registriere bei WordPress.com oder einem anderen Webhosting-Anbieter (+ WordPress.org) eine eigene Domain. Für einen deutschen Blog wäre natürlich ein deutscher Anbieter mit deutschem Server-Standort schon allein aus rechtlichen Gründen zu empfehlen.
Egal für wen du dich entscheidest, du musst von Anfang an und dann in regelmäßigen Abständen dafür bezahlen.

Vor- und Nacheile der genannten Anbieter

Perfekt für jeden ist keiner. So ist der erste Weg für absolute Neulinge, die kein Geld und wenig Zeit für das Drumherum investieren wollen, empfehlenswert. Nachteile sind, dass deine URL immer den Anbieter zeigt (hannakrausesblog.blogspot.com / backen.tumblr.com) und dessen Name auch im Footer deines Blogs steht. Die Themenauswahl ist begrenzt und die Templates lassen sich nur sehr eingeschränkt individuell anpassen.

Dagegen hast du bei den an zweiter Stelle genannten etwas mehr Freiheiten. Während für die kostenlosen Versionen dasselbe zutrifft wie für die beiden ersten, kannst du doch mit relativ geringen Ausgaben für ein Upgrade, Premium-Theme oder Plugin deinen Blog etwas persönlicher gestalten.

Wenn du dich gleich für die dritten Varianten entscheidest, wird es nicht nur teurer, sondern du musst dich auch wesentlich intensiver mit der rein technischen Seite beschäftigen. Wobei du bei einem bei WordPress.com gehosteten Blog eine eigene URL (ttkp.com) bekommst, das WordPress.com-System aber weiterhin im Hintergrund werkelt. Infolgedessen ist manches doch noch etwas einfacher als bei einer komplett selbst gehosteten Webseite und WordPress.org als Arbeitsoberfläche.

Fazit

Bloggen macht Spaß! Auch wenn es wie fast alles mit Versuch und Irrtum beginnt und die Optimierung eigentlich nie aufhört. Und auch wenn dein Blog noch so toll gestaltet ist und der Inhalt jeden interessieren müsste, erwarte bitte nicht, dass dein Blog innerhalb weniger Tage/Wochen wie eine Granate einschlägt. Geduld und Durchhaltevermögen sind schon notwendig.

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