Fotos aus dem Internet | Ideal für Blogs?

√ Kaum eine Webseiten kommt  ohne Fotos aus. Zur Auflockerung der Landing Page, als Titelbild von Beiträgen oder zur Illustration deren Inhalts. Da der Mensch ein Augentier ist, sieht er sich lieber Bilder an als Texte zu lesen. Außerdem lenkt ein gutes Bild als Eye-Catcher das Interesse auch auf Beiträge oder Aktionen, deren reine Textform weniger Aufmerksamkeit erregen würde. Also mindestens ein Bild muss sein, aber woher und was ist zu beachten?

Fotos

Fotos für deine Webseite finden

Im Netz findest du eine Unzahl von Bildern zu jedem erdenklichen Thema. Am einfachsten wäre es deshalb, ein tolles Foto herunterzuladen und auf der eigenen Webseite einzusetzen. In der Regel ist das aber keine besonders gute Idee, denn die meisten Bilder unterliegen dem Urheberrecht (Copyright). So z. B. auch die Abbildungen auf meiner Webseite, ausgenommen die zur privaten Verwendung freigegebenen Wallpapers.

Durch das Urheberrecht werden sowohl Fotos und als auch die Fotografen geschützt. Damit erhält der Urheber das Recht, für die Verwertung von seinem Bild eine angemessene Entlohnung zu verlangen und gegen eine widerrechtlichen Nutzung juristisch vorzugehen.

Bestimmungen des Urheberrechts

Die Bestimmungen des Urheberrechts gliedern sich in drei Bereiche:

1. Das Urheberpersönlichkeitsrecht

So fallen gestaltete / bearbeitete Fotos – in § 2 UrhG als Lichtbildwerke bezeichnet – unter den Schutz des Urheberrechts. Diese Werke zeichnen sich durch ihre persönliche geistige Schöpfung aus und erreichen aufgrund von Kreativität sowie Individualität eine gewisse Gestaltungshöhe.

Der Schutz besteht auch noch 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers und geht dann auf dessen Erben über. Innerhalb dieses Zeitraumes entscheidet der Rechteinhaber, in welcher Art und Weise sein Werk genutzt wird.

Auch Lichtbilder (Fotos = unveränderte und naturgetreue Wiedergaben) sind urheberrechtlich geschützt. Dabei kann es sich zum Beispiel um Bilder in Bildberichterstattungen / Zeitungen, Produktfotografien, die in der Werbung oder auch bei Angeboten in Online-Auktionshäusern zum Einsatz kommen, Fotos in sozialen Netzwerken oder auch Urlaubsfotos handeln.

Bei Fotos gilt das Urheberrecht 50 Jahre. Die Frist beginnt entweder nach der Veröffentlichung oder falls diese nicht erfolgte, bei der Herstellung des Lichtbildes.

2. Veröffentlichungsrecht

Allein der Urheber entscheidet, wann und wo er seine Fotos veröffentlicht.

3. Verwertungsrecht

Ein Foto darf ohne ausdrückliche Zustimmung und Nennung des Urhebers nicht vervielfältigt, weiter verbreitet oder öffentlich zugänglich gemacht werden. Demzufolge darf ein Foto auch nicht aus dem Internet kopiert, geschweige denn unter dem eigenen Namen ausgegeben oder veröffentlicht werden.

Quelle: Urheberrecht.de

Abbildungen von Personen

Abgesehen vom generellen Urheberrecht ist bei Fotos, auf denen Personen zu erkennen sind noch mehr zu beachten. Grundsätzlich darfst du Aufnahmen von Personen nur verwenden oder veröffentlichen, wenn die jeweilige/n Person/en dem ausdrücklich zugestimmt haben. Das mag bei Personen, mit denen du in direktem Kontakt stehst, noch relativ einfach sein. Du fragst sie persönlich und sofern sie einverstanden sind, kannst du das Bild auf deiner Webseite einsetzen und veröffentlichen.

Handelt es sich aber um ein Foto mit mehreren, dir nicht bekannten Personen (z. B. eine Straßenszene) wird es komplizierter. Natürlich kannst du nicht alle abgebildeten Menschen um eine Genehmigung bitten. Sind die Personen nur schemenhaft zu erkennen, begibst du dich in eine Grauzone. Du verwendest das Bild auch ohne ausdrückliches Einverständnis und hoffst, dass sich niemand darauf erkennt. Sollte dies trotzdem der Fall sein, hast du ein Problem (s. u.).

Noch schwieriger wird es bei Fotos mit Kindern. Trotz vorliegender Einverständniserklärung (der Eltern), kann es passieren, dass solche Fotos z. B. in sozialen Netzwerken kommentarlos gelöscht werden. Wenn du nicht gerade einen Blog hast, der ganz klar Kinder (-erziehung, -kleidung, -spiele etc.) zum Thema hat, vermeidest du besser Kinderfotos.

Folgen des Urheberrechts

Der Urheber kann natürlich Nutzungsrechte erteilen. Dabei bestimmt er den Umfang der Nutzung, kann Beschränkungen festlegen (z. B. nur für einen bestimmten Zweck, nicht in sozialen Netzwerken, nicht nachbearbeitet o. ä.). Darüber hinaus darf er auch eine finanzielle Vergütung verlangen.

Verletzt du das Urheberrecht, erhältst du meistens (zunächst) eine Abmahnung. Günstigstenfalls reicht es, wenn du das Bild auf allen Plattformen sofort löschst. Das hört sich jedoch einfacher an, als es unter Umständen ist. Denn sollte das Bild unter deinem Namen bzw. unter deiner Domain bei z. B. Google indexiert sein, kann es einige Zeit dauern, bis es auch dort endgültig verschwunden ist.

Zuletzt könnte der Urheber auch Schadensersatz verlangen oder ein Gericht könnte sogar eine Vertragsstrafe verhängen.

Sonderfall Produktfotos

Natürlich unterliegen Produktfotos genauso dem Urheberrecht wie alle anderen Bilder auch. Viele Firmen sind jedoch etwas großzügiger. Vor allem, wenn ein Bild ihres Produkts in einem Beitrag verwendet wird, der sich direkt mit diesem Produkt beschäftigt. Dann können sie es als kostenlose Werbung werten. Aber ein allgemeines Recht zur Verwendung solcher öffentlichen Werbe-Bilder gibt es nicht.

Bilddatenbanken

Im Internet findest du zahlreiche Portale, die Bilder zum (kostenlosen) Download anbieten. Das heißt aber nicht automatisch, dass du die Fotos überall und für jeden Zweck verwenden darfst. Zum einen gibt es einen Unterschied zwischen redaktioneller und kommerzieller Freigabe. Redaktionell bedeutet, dass du das Bild in deinem Blog oder auf deiner Nachrichtenseite verwenden darfst, selbst wenn du mit deinem Blog Geld verdienst. Dagegen ist es meist nicht erlaubt, mit dem Bild selbst Geld zu verdienen, d. h. es kommerziell zu nutzen. Zum anderen sind nicht alle Fotos zur Veröffentlichung in sozialen Netzwerken freigegeben.
◊ Bevor du also ein Foto herunterlässt und auf deiner Webseite einstellst, solltest du sicherheitshalber immer zuerst die Nutzungsbedingungen bzw. die FAQs des jeweiligen Anbieters durchlesen.
◊ Außerdem musst du die Quelle des Bildes angeben.
◊ Bei allen Bilddatenbanken musst du dich registrieren, d. h. mit deinem Namen und deiner E-Mail-Adresse anmelden.
Hier habe ich nur drei Beispiele herausgepickt. Im Netz findest viele Beiträge, die weitere Seiten auflisten und bewerten.

Shutterstock

Eines der bekanntesten Portale für hochwertige Fotos und Grafiken ist Shutterstock. Der Dienst bietet verschiedene Bezahl-Modelle an: Entweder du erwirbst eine Lizenz für einmalig eine bestimmte Anzahl von Bildern oder du wirst Mitglied und bezahlst je nach Umfang der Mitgliedschaft.

Hast du ein Bild gefunden, kannst du es direkt bearbeiten und anschließend herunterladen. Zum Schutz vor unberechtigter Nutzung befindet sich auf allen Bildern ein großes Wasserzeichen.

Pixabay

Zum einen findest du bei diesem Anbieter hochwertige Bilder (von Shutterstock), für die du bezahlen musst. Zum anderen gibt es aber auch eine große Zahl Bilder und Grafiken, die für eine redaktionelle Nutzung kostenlos sind. Möchtest du mehrere Bilder herunterladen, wirst du um eine Spende gebeten.

Pablo von Buffer

Dieses Angebot dürfte vor allem für diejenigen interessant sein, die Buffer zum regelmäßigen Posten in sozialen Netzwerken verwenden. Dir steht eine Auswahl an freien Fotos zur Verfügung, du kannst aber auch eigene Fotos hochladen. Auf der Webseite versiehst du das gewählte Foto mit einem Text-Overlay und legst die Größe (Hoch- bzw. Querformat oder Quadrat) fest. Das geht schnell und ist narrensicher. Anschließend postest du dein Bild direkt bei Twitter, Facebook, Pinterest oder Buffer oder du speicherst es auf deinem PC.
+ Abbildung 1

Herunterladen – hochladen – und gut?

Bei Fotos, die du nicht verändern oder bearbeiten darfst, erübrigen sich die folgenden Vorschläge.

Sofern es keine Einschränkungen gibt, solltest du das Bild zumindest in der Größe an die Maße (Breite) deiner Webseite anpassen. Vor allem, wenn deine Webseite Responsive ist.
Außerdem wirken sich Bilder gravierend auf die Ladezeit deiner Webseite aus. Da die Originale meistens eine hohe Auflösung haben und dementsprechend eine große Datenmenge mitbringen, ist es sinnvoll, sie zu komprimiert.

Fazit

Die überwiegende Zahl der Webseiten lebt unter anderem auch von Bildern. Und nicht jeder Blogger besitzt eine Fotoausrüstung, ist ein guter Fotograf und/oder kennt sich mit Bildbearbeitung aus. Da bieten sich Bilddatenbanken als Alternative an.

Vorteile:
◊ Große Auswahl an Motiven aus allen Bereichen
◊ Vor allem bezahlte Fotos sind meist qualitativ sehr hochwertig; kostenlose nicht immer.
◊ Wenig Aufwand und trotzdem ein recht professionelles Ergebnis.

Nachteile:
◊ Urheberrecht! Selbst bei sogenannten Lizenz-freien Fotos kann es zu Problemen kommen. Denn es ist bereits vorgekommen, dass Bilder als Lizenz-frei ausgegeben wurden und den Nutzern später Abmahnungen geschickt wurden.
◊ Insbesondere wenn auf den Bildern Personen zu erkennen sind, ist die rechtliche Seite meistens nicht eindeutig geklärt.
◊ Diesen Bilder fehlt dein persönlicher Stil.
◊ Einige Standardfotos findest du immer wieder auf allen möglichen Seiten, was zur Langeweile führt.

Auf der sicheren Seite bist du eigentlich nur, wenn du eigene Fotos oder Grafiken verwendest. Mehr dazu in einem anderen Beitrag.

Verwendest du Bilder aus dem Netz oder hast du Tipps für gute Blog-Fotos? Teile deine Erfahrungen.

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