Mobilfunk | Bedeutung der angezeigten Symbole

Die Statusleiste eines mobilen Geräts zeigt verschiedene Symbole – u. a. auch für Mobilfunk. Oft ist die Bedeutung von Balken, Punkte, Bögen und Buchstaben nicht klar.  Dieser Beitrag soll Licht ins Funkloch bringen. + English version

Mobilfunk
Illustrationen: eb / ebblogs

Mobilfunk – Netze

1992 wurde das GSM (Global System for Communications = Globales Kommunikationssystem) als digitaler Mobilfunk-Standard eingeführt. Er ist bis heute in 130 Ländern gebräuchlich.

Das D-Netz existiert seit 1992.
Etwas später wurde es in das D1-Netz (Telekom) und das D2-Netz (Vodafone) aufgeteilt.

1994 folgte das E-Netz: E1 (E-plus/BASE) und E2 (O2).
Seit Telefónica Anfang 2015 E-plus übernommen hat, wurde damit begonnen beide E-Netze zu vereinen. Das E-Netz nutzt Mobilfunk-Frequenzen mit kürzerer Reichweite als das D-Netz.

Relativ störungsfreie Sprachverbindungen sind in (fast) ganz Deutschland möglich.

1. Empfangsqualität

In allen Netzen gibt es jedoch immer noch Standorte mit überwiegend schlechtem oder gar keinem Empfang (Funkloch). Der Netzausbau bzw. die Verbesserung der Netze schreitet jedoch ständig voran. Trotzdem solltest du dich über die Netzabdeckung jedes Anbieters informieren. Vor allem der Standort, an dem du sich am meisten aufhältst, ist wichtig. Erst dann ist die Entscheidung für einen Anbieter im für dich besten Netz sinnvoll.

Doch auch eine ideale Netzabdeckung garantiert noch keine optimale Empfangsqualität.
Zeigt dein Gerät 4 Balken, kannst du davon ausgehen, dass der Funkmast in deiner Nähe steht und funktionstüchtig ist, das Signal nicht abgeschirmt wird und das Netz nicht überlastet ist. Weniger Balken weisen auf eine schlechtere Qualität bei Telefongesprächen hin. Das ausgesendete Signal kann trotzdem stark sein, es kommt bei dir eben aufgrund von z. B. von Abschirmung nicht verlustfrei an.

2. Signalstärke

Entgegen einer weit verbreiteten Annahme gibt die also Anzahl der Balken (Android und iPhones ab iOS 11) / Punkte (iPhones mit iOS 10 oder älter) keine Auskunft über die Signalstärke als solche, sondern nur in welcher Qualität dein Gerät das Signal empfängt.

Die eigentliche Signalstärke zeigt dein Gerät nicht an. Trotzdem gibt es zwei Wege, die Signalstärke dennoch zu kontrollieren.
Auf Android-Geräten kannst du eine spezielle App installieren (z. B. Network Monitor). Diese zeichnet u. a. auch die Signalstärke auf.

Auf Geräten mit iOS lässt du diese Information über die Eingabe eines Ziffern-Codes in der Telefon-App anzeigen.

Löschst du den Code wieder und beendest das Telefonat, ist die Anzeige verschwunden. Möchtest du sie aber dauerhaft sehen

› den Ziffern-Code eingeben
›› Ausschalter (rechte Seite oben) lange gedrückt halten
››› wenn auf dem Bildschirm der Ausschalten-Schieber erscheint
›››› drücke und halte den Home Button für ca. 6 Sekunden.

Zum Beenden der dauerhaften Anzeige gibst du erneut den Ziffern-Code ein. (Englische Schritt für Schritt Erklärung bei indy 100)

3. Unzureichender Empfang

Dein mobiles Gerät hat drei Möglichkeiten, dich darüber zu informieren:

1. Kein ausgefüllter Balken / Punkt: Sehr schlechter Empfang, Telefonie und SMS ist meist noch möglich. MMS werden aber nicht mehr versendet.
Meistens befindest du dich dann in einem sogenannten Funkloch oder in einem stark abgeschirmten Gebäude / Fahrzeug.

2. Mitteilung auf dem Sperrbildschirm = Nur Notruf / Emergency only: Das Signal in deinem Vertragsnetz ist zu schwach. Der Notruf 112 ist aber noch möglich. Das Gerät sucht hierfür automatisch ein anderes, stärkeres Netz. Ursache ist häufig ein schwankendes oder zu schwaches Signal aufgrund einer Störung an deinem Funkmast.

3. Mitteilung auf dem Sperrbildschirm = Kein Empfang / Out of service: Weder Telefonie und SMS noch Notrufe sind möglich. Dies tritt bei einem Netz-Ausfall deines Mobilfunk-Anbieters oder bei einem Defekt deiner SIM-Karte auf.

4. Telefonie

Um telefonieren zu können, muss das Gerät über eine gültige SIM-Karte im Mobilfunk-Netz angemeldet sein.

SIM (Subscriber Identity Module = Teilnehmer-Identitätsmodul):
Der dort gespeicherte Nummerncode autorisiert den Zugriff auf das Netz. Der Chip dient der Verschlüsselung bei der Sprach- und Datenübertragung. Temporäre netzbezogene Daten und die zuletzt gewählten Telefonnummern sind darauf gespeichert.

Quelle: VERIVOX

Des weiteren können auch SMS, Kontakte und Notizen auf dem Chip gespeichert werden, was jedoch nicht zu empfehlen ist. Bei einem Defekt oder nach einer Sperrung der SIM-Karte wären alle gespeicherten Daten verloren.

5. SMS (Short Message Service = Kurznachrichtendienst)

Auf mobilen Geräten ist eine App zum Versenden von kurzen Textnachrichten (auch mit Emojis) vorinstalliert. Die Kosten im Inland werden bei vielen Mobilfunk-Verträgen über eine SMS-Flat abgedeckt.

Dies selbe App kann auch MMS (Multimedia Messaging Service = Multimedia-Nachrichtendienst) versenden. Dies sind Handy-Fotos mit kurzem Grußtext, Audio-Dateien, kurze Videoclips oder animierte Bildgrüße. Die Datei-Größe ist auf 300 kB begrenzt.

Achtung: MMS-Flatrates sind in den gängigen Verträgen nicht enthalten! Du musste sie extra dazu buchen.

Um Fotos etc. günstiger zu versenden, kannst du Instant Messenger Apps (Drittanbieter-Nachrichtendienste) wie WhatsApp, Telegram … installieren. Diese nutzen das Internet (s. u.) und eigene Server zur Datenübertragung.

Für das Telefonieren und Versenden/Empfangen von Nachrichten aus dem/im Ausland brauchst du eine besondere Flatrate. Oder dein Provider berechnet die Kosten jeweils zusätzlich zu den normalen Vertragskosten.

6. Datenübertragung über das Mobilfunknetz (Internet)

Zunächst wurde GSM zu GPRS (General Packet Radio Service = allgemeiner paketorientierter Funkdienst) ausgebaut. Das ermöglichte eine Übertragungsrate von bis zu 50 kBit pro Sekunde und den Stand-by Betrieb der Handys. Das heißt, dass das Gerät die Internetverbindung über die IP (Internet Protokoll)-Adresse ständig aufrecht erhält.

Die Qualität des Datennetzes wird mit den Buchstaben 2G/E, 3G/H, H+ und 4G/LTE angegeben.

Die Qualität des Telefonempfangs und die der Datenübertragung muss nicht immer gleich gut sein. Einerseits kann bei schlechtem Datennetz (E) noch problemlos telefoniert werden. Andererseits bedeuten 4 Balken (sehr guter Telefon-Empfang) nicht automatisch, dass auch eine schnelle Datenübertragung möglich ist.

In der Regel ist in den Mobilfunk-Verträgen eine Internet-Flat für … MB / GB enthalten. Nutzt du mehr Daten als gebucht, so drosselt dein Anbieter in der Regel die Geschwindigkeit (dabei können die Konditionen unterschiedlich sein).

Mobilfunk

Datenautomatik

In Verträgen einzelner Anbieter ist eine Datenautomatik enthalten. Das bedeutet, dass sie bei Überschreiten des gebuchten Datenvolumens die Geschwindigkeit nicht drosseln. Stattdessen erhältst du automatisch ein kostenpflichtiges Zusatz-Datenvolumen. Also wird der Vertrag teurer. Außerdem hält dein Anbieter solange an diesem höheren Volumen fest, bis du dem aktiv widersprichst.

Ende 2016 mahnte die Verbraucherzentrale die Mobilfunkanbieter O2 und Vodafone ab und klagte gegen diese Praxis. So soll es den Providern untersagt werden, dies ohne ausdrückliche Zustimmung der Kunden zu tun, da es einer unzulässigen, nachträglichen Vertragsänderung entspräche. Noch wurde über die Klage nicht endgültig entschieden.

Was für Telefonie/SMS gilt, gilt auch für die Daten-Nutzung im Ausland. Sobald du Deutschland verlässt, loggt sich das Gerät automatisch in das Netz eines Partner-Unternehmens in dem betreffenden Land ein. Unabhängig von deiner Daten-Flat zahlst du für die dort verbrauchten Daten Auslandsgebühren. Es sei denn, du hast vorher eine entsprechende Auslands-Flatrate gebucht oder kaufst eine SIM-Karte eines dortigen Anbieters.

7. Kabelloses Internet

Neben dem Mobilfunknetz können mobile Geräte auch WLAN (Wireless Local Area Network = Kabelloses lokales Netzwerk) nutzen.
Hierzu loggt sich das Gerät in ein in der Nähe befindliches WLAN-Netz ein:

› Einstellungen
›› WLAN / WiFi = Wireless Fidelity*
››› Netz auswählen
›››› Kennwort eingeben

* WiFi ist eigentlich ein Markenname. Es wird häufig mit WLAN gleichgesetzt und ist im englischsprachigen Raum die gängige Bezeichnung für das kabellose Netzwerk.

Ob das Gerät in einem WLAN-Netz angemeldet ist, erkennst du an dem WLAN-Zeichen (Punkt mit mehreren Bögen darüber). Je mehr Bögen ausgefüllt sind, desto stärker ist der Empfang. Meistens sind der Down- und Upload mit WLAN jedoch schneller und stabiler als im Mobilfunk-Netz. Außerdem sind die Kosten sind vom Mobilfunkanbieter unabhängig und werden über den Internet-Anbieter abgerechnet (Daten-Flatrate).

WLAN ermöglicht nur den Zugang zum Internet. Infolgedessen kannst du nur über Anwendungen wie Instant Messenger, Skype etc. kommunizieren. Ohne aktive SIM-Karte ist jedoch normales Telefonieren bzw. simsen nicht möglich.

Wenn du unterwegs bist und dich über einen WLAN-Hotspot oder in ein öffentliches WLAN-Netz einloggst, denke daran:
Freies WLAN birgt Risiken.

Abschließend hoffe ich, dass ich mit dieser Darstellung zumindest einige (Un)Klarheiten beseitigen und einige Missverständnisse aufklären konnte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

5 Gedanken zu “Mobilfunk | Bedeutung der angezeigten Symbole”