Software Updates auf mobilen Geräten | So geht’s

In gewissen Abständen werden Sicherheits- und Software Updates verteilt. Dies gilt grundsätzlich für alle mobilen Geräte unabhängig vom System oder Hersteller. Sie sollten nicht ignoriert werden. So findest und installierst du sie.

Software Updates
Illustrationen: eb / ebblogs

Software Updates

Im Allgemeinen kündigen sich Systemaktualisierungen bereits Wochen vorher an. Ist die Programmierung bei Google / Apple soweit fortgeschritten, dass das Programm läuft, können sich auch Laien als Beta-Tester anmelden und die neue Version herunterladen.

Einerseits profitieren die Firmen von der Beta-Phase mit Anwenderbeteiligung, weil ihnen eine größere Anzahl Tester zur Verfügung steht. Andererseits nimmt nicht jeder Beta-Tester seine Aufgabe wirklich ernst. Einigen geht es eher darum, die neuste Version vor allen anderen zu haben, was der Optimierung der Programmierung nicht wirklich dient.

Kritiker bemängeln, dass die Firmen heute den Kunden als Versuchskaninchen missbrauchen und damit natürlich das Geld für bezahlte Tester sparen.
Wenn die neue Version nach oft mehreren Betas für ausgereift erachtet wird, erfolgt die Freigabe.

Warum überhaupt Updates – das Gerät läuft doch?

Es gibt zwei Arten von Aktualisierungen: Zum einen kleine, die Fehler (bugs) beseitigen sollen, manchmal kleinere neue Features mitbringen und vor allem Sicherheitslücken schließen. Letzteres betrifft häufiger Android-Geräte, da das System offen(er) ist und somit anfälliger für Malware.

Insbesondere die Sicherheits-Komponenten sind wichtig. Sie schützen nicht nur dein Gerät, sondern stellen auch sicher, dass du z. B. beim Teilen von Links etc. eventuell vorhandene Schadprogramme nicht weiter verteilst.

Darüber hinaus gibt es die großen Software Updates (System-Updates, Firmware Updates) wie Android 8 oder iOS 11, die eine komplett neue System-Version auf dem Gerät installieren. Android-Geräte, die älter als zwei Jahre sind, erhalten i. d. R. keine Updates mehr, während iOS-Geräte noch bis zu vier Jahre aktualisiert werden.

Verteilung von Software Updates

Hier unterscheiden sich die Verfahren für Android und iOS etwas.

Android:

Zunächst verteilt Google die neuen Versionen an die Geräte-Hersteller. Nur Nexus- / Pixel-Geräte erhalten sie direkt. Die einzelnen Hersteller passen sie dann jeweils an ihre eigene Oberfläche an. Das kann je nach Hersteller bis zu einem Jahr dauern. Zusätzlich spielt bei Android u. U. auch der Provider oder das Branding des Geräts eine Rolle. Außerdem ist der Zeitpunkt der Verteilung bei beiden Systemen häufig Länder-abhängig.

Schließlich kommt die neue Version OTA (over-the-air) auf deinem Gerät an und/oder wird, wie bei LG, zum Download via PC auf der Homepage des Geräte-Herstellers zur Verfügung gestellt (Abb. 1).

iOS:

Die neue Version wird gleichzeitig für alle Geräte freigegeben und du kannst sie direkt in den Einstellungen auf deinem Gerät installieren. In den ersten Tagen sind jedoch regelmäßig die Apple-Server überlastet, sodass es zu Verzögerungen kommen kann (Abb. 2).

Installation

Diese verläuft bei beiden Systemen in etwa gleich. Falls du nicht automatische Updates aktiviert hast, teilt dir dein Geräte mit, dass ein Update zur Verfügung steht (Abb. 3).

Automatische Software Updates sind zwar bequemer, haben jedoch auch einen Nachteil. Es besteht die Möglichkeit, dass das Gerät aktualisiert, während du dich im mobilen Netz befindest. Dadurch wird dein gebuchtes Datenvolumen nicht unwesentlich belastet.

Falls du nach Freigabe eines Updates keine Benachrichtigung erhältst oder sie übersehen hast, gehst du auf

› Einstellungen
›› Updates
››› nach Updates suchen

Wichtig ist, dass vor dem Herunterladen und Installieren des Updates die Batterie deines Geräts mindestens zu 50% geladen sein sollte. Wenn nicht, schließe es während der Aktualisierung ans Ladekabel an.

Auch ist es empfehlenswert, die Aktualisierung in einem stabilen WLAN-Netz durchzuführen. Die Signalstärke in Mobilfunknetzen schwankt normalerweise mehr oder weniger stark oder setzt unbemerkt kurzzeitig aus. In beiden Fällen kann es passieren, dass das Update hängen bleibt oder abbricht. Dies könnte dazu führen, dass sich dein Gerät nicht mehr starten lässt.

Software Updates

Software Updates abschließen

Sobald das Update heruntergeladen und installiert ist, musst du dein Gerät (sofern durch Bildschirmsperre gesichert) entsperren sowie in jedem Fall den PIN für deine SIM-Karte erneut eingeben.

Anschließend wirst du bei Apple-Geräten u.U. dazu aufgefordert, deine Apple-ID einzugeben, um alle Einstellungen über die iCloud zu synchronisieren (Backup).

Erneute Inbetriebnahme

Normalerweise sieht das Gerät nach Software Updates wieder genauso aus wie vorher. Sollte ein Update neue Funktionen mitbringen, müsstest du diese eventuell in den Einstellungen entsprechend anpassen.

Bei vielen, vor allem älteren Android-Geräten empfiehlt es sich, das Gerät nach der Aktualisierung ein Mal manuell auf Werkseinstellungen zurückzusetzen und anschließend wieder neu einzurichten. Dadurch werden etwaige Probleme durch Unverträglichkeiten der neuen Version mit Überbleibseln der alten vermieden. Vorher nicht vergessen, ein Backup der Kontakte etc. bei Google anzulegen.

Auch bei Apple-Geräten können Störungen wie schnellere Akku-Entladung oder verzögerte Reaktionen auftreten. Dann reicht es aber normalerweise, wenn du dein Gerät einmal aus-

› langer Druck auf den Ein/Aus-Button an der Seite oder oben
›› Schieberegler auf dem Bildschirm Richtung Ausschalten wischen

… und nach wenigen Minuten wieder einschaltest.

Fazit

Du solltest Updates, vor allem wenn sie Sicherheitslücken schließen, immer zeitnah installieren.

Bei umfangreichen System-Updates kannst du eventuell mit dem Installieren der neuen Version (neuen Funktionen etc.) ein paar Tage warten. So entgehst du einerseits dem Problem der Server-Überlastung. Andererseits liegen dann auch schon Erfahrungen über Programmier-Fehler oder Lücken vor, die meistens innerhalb weniger Tage mit einem kleinen (Zusatz-)Update nachgebessert werden.

Aus Verbrauchersicht ist es bedauerlich, dass Android-Geräte schon nach zwei Jahren keine Updates mehr erhalten, obwohl sie noch absolut funktionstüchtig sind.

Nicht jeder Nutzer legt Wert auf alle aktuellen Features. Aber eine Fristverlängerung für Sicherheits-Updates wäre durchaus sinnvoll. Andererseits können die Hersteller so natürlich immer wieder neue, dann gewöhnlich teurere Geräte verkaufen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Keine Kommentare “Software Updates auf mobilen Geräten | So geht’s”