Social Media Management Plattformen | Bald nutzlos?

Gerade für kleinere Unternehmen sind Social Media Management Plattformen eine gute Lösung. Dieses Verfahren des automatisierten Postens wird in Zukunft dank der missbräuchlicher Nutzung solcher Dienste durch Spammer deutlich erschwert.

Social Media Management Plattformen
Illustration: eb / ebblogs

Social Media Management Plattformen

Hierbei handelt es sich um Online-Dienstleister, die ein Tool zur Verfügung stellen, das das automatisierte Posten von Beiträgen in einem oder mehreren sozialen Netzwerken erlaubt. Der Standard-Dienst und wohl auch der bekannteste Social Media Manager ist Buffer. Daneben gibt es noch zahlreiche weitere Anbieter. Sie unterscheiden sich vor allem hinsichtlich der Anzahl der Funktionen und der Kosten. Diese reichen von kostenlosen Angeboten mit begrenzten Features bis zu solchen für 1000 € pro Monat.

Integrierte Netzwerke

Nicht alle Social Media Management Plattformen erlauben das Posten in jedem sozialen Netzwerk. Als Beispiel sind in der folgenden Tabelle sieben häufig genutzte soziale Netzwerke und deren Integration in vier verbreitete Plattformen aufgeführt.

Netzwerk Buffer Hootsuite SocialPilot Friends+Me
Facebook
Google+
Instagram
LinkedIn
Pinterest
Twitter
Xing

Abgesehen von deinen finanziellen Möglichkeiten hängt die Entscheidung letztendlich maßgeblich davon ab, welche Netzwerke du verwalten möchtest.

Arbeitsweise der Dienste

Nachdem du dich auf einer der Social Media Management Plattformen angemeldet hast, verknüpfst du dein/e Netzwerk-Profil/e mit diesem Dienst. Anschließend kannst du über das Dashboard in einem Arbeitsgang für einzelne oder alle deine Profile oder -Pages Beiträge zum Posten bereitstellen. Des weiteren hast du die Möglichkeit (unterschiedliche) Bilder hinzuzufügen sowie jeweils Datum und Uhrzeit für die (spätere) Veröffentlichung festzulegen.

Gerade für kleinere Unternehmen oder Blogger liegt der Vorteil darin, dass du ein regelmäßiges Marketing betreiben kannst, ohne ständig in den Netzwerken präsent zu sein.
So …

• schreibst du einen Text auch für mehrere Profile nur einmal und passt ihn anschließend für jedes Netzwerk an.

• musst du nicht jedes Netzwerk u. U. täglich zu unterschiedlichen Zeiten besuchen, um etwas zu posten.

• datierst du deine Posts vor und speicherst sie, so dass deine Follower auch während deiner Abwesenheit z. B. über Inhalte deiner Webseite informiert bleiben.

Einschränkungen bei Facebook …

Um der zunehmenden Flut von Spams und der missbräuchlicher Nutzung der sozialen Netzwerke entgegen zu wirken, ziehen diese nun die Reißleine. Ab dem 26. Juli 2018 können Social Media Management Plattformen in deinem privaten Facebook-Profil nicht mehr in deinem Auftrag posten. Auf häufig auch von Unternehmen betriebenen sogenannten Fanseiten wäre dies weiterhin möglich.

Die DSGVO erschwert jedoch diese Alternativlösung. Da es aufgrund fehlender detaillierter Informationen von Facebook über den Umgang mit Daten unmöglich ist, eine solche Seite Datenschutz konform zu betreiben, haben viele Inhaber ihre Fanseiten geschlossen. Sofern sie sich nicht komplett von Facebook verabschieden haben, posten sie jetzt in ihrem privaten Profil (ohne das auch früher schon das Einrichten einer Fanseite nicht möglich war).

… und bei Twitter

Twitter geht einen etwas anderen Weg. In Zukunft erlaubt das Netzwerk Social Media Management Plattformen nicht mehr, Inhalte gleichzeitig auf mehreren Profilen zu posten. Solltest du einen Beitrag auf mehreren Profilen veröffentlichen wollen, musst du dies zu unterschiedlichen Zeitpunkten tun.
Außerdem dürfen

• die Inhalte nicht identisch und/oder
• mit den gleichen Hashtags versehen sein sowie
• identische Posts nicht mehrmals pro Stunde / Tag oder
• automatisch zu mehreren zukünftigen Zeitpunkten erscheinen.

Ansonsten besteht die Gefahr, dass Twitter dein/e Profil/e löscht.

Folgen der Anti-Spam-Kampagnen

Die überwiegende Zahl der Blogger und Kleinunternehmen nutzen diese Dienste aus Zeitgründen. Dabei geht es Ihnen nicht um Massenveröffentlichungen, sondern um das Knüpfen und Pflegen von Kundenkontakten. Wenn du regelmäßig mehrere soziale Netzwerke besuchen, für jedes die Texte und Links einzeln eingeben und Bilder neu hochladen musst, fehlt dir die Zeit für deinen eigentlichen Job. Infolgedessen hast du die Wahl zwischen weniger Marketing oder z. B. einer geringeren Anzahl neuer Blog-Beiträge. Egal wie du dich entscheidest, du verlierst immer.

Negative Auswirkungen sind auch bei den Social Media Management Plattformen selbst denkbar. Angenommen du verwaltest drei soziale Netzwerke über eine Plattform. Eines davon ist ein Twitter-, das zweite ein privates Facebook- und das dritte ein Profil bei einem noch nicht reglementierten Netzwerk. Die Automatisierung des ersten ist nur noch eingeschränkt und die des zweiten gar nicht mehr möglich. Somit drängt sich die Frage nach dem weiteren Nutzen eines solchen Dienstes auf. Ob du nun zwei oder drei Profile manuell bedienst, macht dann keinen allzu großen Unterschied mehr. Folglich könntest du dir die Kosten für den Service auch ganz sparen.

Fazit

Wie bereits bei der DSGVO und den wahrscheinlich demnächst verabschiedeten Änderungen des Urheberrechts hat eine an sich gut gemeinte Absicht nicht immer nur positive Folgen. Zugegebenermaßen ist es ärgerlich x-mal am Tag die gleichen Posts angeboten zu bekommen, vor allem wenn es sich dabei auch noch um uralte Inhalte handelt. Leider war die Tendenz diesbezüglich in den letzten Wochen und Monaten steigend.

Natürlich liegt die Annahme nahe, dass viele dieser Spammer Social Media Management Plattformen für ihre Massen-Postings missbrauchen. Ob die jetzt vorgenommen Einschränkungen Spammer wirklich von ihrem Treiben abhalten, bleibt abzuwarten. Sicherlich finden sie andere Mittel und Wege.
Wesentlich wahrscheinlicher ist, dass die Leidtragenden die seriösen Blogger und Kleinunternehmer sowie die Betreiber von Social Media Management Plattformen sind.

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