20 Jahre Google – Ein Siegeszug um die Welt | September 2018

4. September 2018: 20 Jahre Google. Mit einer Suchmaschine beginnt die Erfüllung des „American Dream“ für zwei Entwickler aus Kalifornien. Am Ende steht ein Konzern, auf dessen Produkte viele nicht mehr verzichten wollen.

20 Jahre Google
Illustration: eb / ebblogs

20 Jahre Google

Zunächst störte Larry Page einfach nur der ungeordnete Haufen von Daten und Informationen im inzwischen bereits einige Jahre alten Internet. Irgendwie müssten Daten nicht nur katalogisiert, sondern auch durch beliebige Stichwörter abrufbar sein. Das 20 Jahre Google irgendwann gleichbedeutend mit einem der wertvollsten Konzerne weltweit sein wird, konnte damals noch keiner ahnen.

Rückblick

Zwar gab es schon seit 1990 Archie, eine Suchmaschine die jedoch nur Inhalte finden konnte, von denen der Nutzer zumindest Textteile kannte. Wenige Jahre später folgten dann unter anderen Lycos, Yahoo, AltaVista und Fireball. Diese setzten vor allem auf Bots, die den Quellcode der Webseiten nach bestimmten Begriffen durchsuchten und von einem Link zum anderen wanderten. Das Ergebnis war für die Nutzer nicht besonders befriedigend.

Googles Algorithmus

Larry Page setzte als erster auf einen Algorithmus. Er tat sich mit Sergey Brin zusammen und Google, die heute größte Suchmaschine der Welt, war geboren. Der Erfolg war so groß, dass 20 Jahre Google auch 20 Jahre googeln bedeutet. Denn aus dem Firmennamen wurde ziemlich schnell ein Verb, welches generell für jede Suche im Internet verwendet wird.

Dennoch gibt es noch etliche andere Suchmaschinen, deren Marktanteile 2018 jedoch weit hinter Google mit 94,5 % (Desktop 85,78 %, Mobil 98,39 %) liegen. U. a. sind das
Bing 4,16 % und Yahoo (nutzt seit einiger Zeit die Bing-Suche) 0,98 %,
T-Online 0,12 %, Ask und AOL-Suche je 0,08 %, Yandex 0,06 % sowie WEB.DE, GMX etc. < 0,01 %
Dabei verwenden sowohl T-Online als auch AOL, WEB.DE und GMX ebenfalls die Google Suche.

Quelle der Prozentangaben für Deutschland: DIM

Der Konzern

Doch allein die anwenderfreundlichste Suchmaschine der Welt füllt nicht das Konto der Entwickler. Deshalb entschieden Page und Brin bereits 2001, die Suchergebnisse der Nutzer mit Werbung zu verbinden. Zunächst zahlten die Werbetreibenden nur für tatsächliche Klicks. Inzwischen können Firmen auch kostenpflichtige Links zu ihrem Angebot an prominenter oberster Stelle der Ergebnisliste einblenden lassen.

Und der Siegeszug des Konzerns ging weiter. 2008 startete Google offiziell das nächste Projekt mit der Lizenz zum Geld drucken – Android. Was hat das Anbieten eines kostenlosen Betriebssystems für mobile Geräte nun aber mit einer Suchmaschine zu tun? Eine ganze Menge.

Suchergebnisse

Denn der Erfolg der Suchmaschine von Google basiert hauptsächlich auf Nutzerdaten. Je mehr Daten Google sammeln und verarbeiten kann, desto zielgerichteter kann Werbung eingesetzt werden.

Android-Geräte sind da eine hervorragende Datenquelle. Sie liefern nicht nur Informationen über die Interessen und den Standort der Nutzer wie das bei der Suchmaschine der Fall ist. Darüber hinaus weiss Google nun auch, welche Apps der Nutzer installiert, welche Musik er/sie hört, mit wem und wie er/sie kommuniziert usw. Dementsprechend können die Suchergebnisse wesentlich präziser auf den jeweiligen Nutzer abgestimmt werden und es fließt noch mehr Geld in die Kassen von Google.

Genau hier liegt das Problem der anderen Suchmaschinen wie beispielsweise DuckDuckGo. Dadurch, dass sie wesentlich weniger Daten sammeln (können), stehen ihnen weniger Informationen über die Gewohnheiten der Nutzer zur Verfügung. Infolgedessen sind auch die Treffer bei den Suchergebnissen nicht so perfekt wie bei Google.

Gleichzeitig bedeuten 20 Jahre Google für viele Nutzer auch, dass sie sich in einer Zwickmühle befinden. Einerseits ist es bedenklich, dass Daten von Google hemmungslos ausgelesen werden. Anderseits möchten die Nutzer aber möglichst schnell passende Suchergebnisse erhalten. Insofern ist Google zwar heiß geliebt, aber gleichzeitig fortlaufend in der Kritik.

Fazit

Jedem sollte also bewusst sein, dass er Bequemlichkeit mit seinen Daten bezahlt.
Ein Leben ohne 20 Jahre Google? Möglich, aber eben etwas weniger komfortabel.

Mehr zum Thema

10 Jahre Google Chrome

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.