eSIM-Karte | Langsamer Start in Deutschland

In zunehmend mehr Smartphones, Tablets und Watches ist eine eSim-Karte eingebaut. Dennoch steckt diese Technologie in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Doch es scheint sich etwas zu bewegen.

eSIM-Karte
Illustration: eb / ebblogs

eSIM-Karten

In Smartwatches ist diese Technologie schon Standard, bei Smartphones / Tablets ist sie im Kommen. Worin unterscheidet sie sich von der bisherigen und welche Vorteile bietet sie gegenüber normalen SIM-Karten?

Eine eSIM-Karte ist eigentlich keine „Karte“ im herkömmlichen Sinn. Sondern es handelt sich um einen fest im Gerät verbauten (embedded) kleinen Chip. Auf diesem werden alle deine Tarif-Informationen als dein Profil gespeichert. Insofern unterscheidet sie sich zunächst wenig von einer herkömmlichen SIM-Karte.

Um dein Gerät zu identifizieren und es deinem, beim Mobilfunkanbieter hinterlegten Profil, zuzuordnen, ist ein Discovery (Entdeckungs-) Server notwendig. Über ihn findet ein Datenaustausch zwischen der eSIM-Karte in deinem Gerät und deinem Mobilfunkanbieter statt.

Profile

Während sich auf einer normalen, Mikro- oder Nano-SIM-Karte nur ein Profil befindet, können auf einer eSIM-Karte auch mehrere Profile gespeichert werden. Hierzu lädst du einfach dein/e Profil/e auf die eSIM-Karte hoch. Auch die Rufnummernmitnahme wäre dabei kein Problem. Allerdings kannst du nur immer ein Profil aktiv nutzen.

Eine SIM-Karte – mehrere Geräte

Bisher konntest du auch schon eine SIM-Karte auf mehreren Geräten verwenden. Vorausgesetzt, das Format der Karte passte in den Slot der verschiedenen Geräte. Wenn alle Geräte mit einer Mikro-SIM-Karte arbeiten, kannst du diese beispielsweise

› aus deinem Smartphone entfernen,
›› in den Slot deines Tablets stecken,
››› die SIM-PIN eingegeben
›››› und dein Tablet so mit dem Mobilfunknetz verbinden.

Hat jedoch ein Gerät einen Nano-SIM- und das andere einen Mikro-SIM-Slot, ist der Wechsel etwas komplizierter. Um von Nano- auf Mikro-SIM umzustellen, brauchst du einen Adapter.

Andersherum musst du entweder die Nano-SIM aus der Mikro-SIM herausbrechen (sofern diese bereits vorgestanzt ist) oder dir eine Nano-SIM-Karte bei deinem Provider besorgen. In der Regel berechnen die Mobilfunkanbieter für den SIM-Karten-Tausch eine Gebühr. Anschließend hast du zwar eine Nano-SIM, brauchtest dann aber wieder einen Adapter für den Mikro-SIM-Slot (s. o.).

Mehrere Geräte mit eSIM-Karte

Verfügen z. B. dein Smartphone und dein Tablet über eine eSIM-Karte, ist der Wechsel wesentlich einfacher. Du lädst dein Profil auf das andere Gerät hoch und aktivierst es. Möchtest du nun wieder das erste Gerät verwenden, aktivierst du das Profil wieder auf diesem.

Vertrags- oder Anbieterwechsel

Ähnlich komfortabel funktioniert der Wechsel in einen neuen Tarif beim selben Anbieter oder zu einem anderen Provider.

Im ersten Fall aktivierst du einfach das Profil des neuen Tarifs. Bei einem Anbieterwechsel löschst du dein altes Profil, lädst das neue hoch und aktivierst dieses.

Dual-SIM

Vielleicht gehörst du zu den Smartphone-Nutzern, die gerne zwischen zwei Tarifen oder Konten wechseln möchten. Beispielsweise eine „private“ SIM-Karte und eine „geschäftliche“. Hierfür gibt es Geräte mit zwei Slots, in die du jeweils eine SIM-Karte steckst. Beide Karten sind gleichzeitig aktiv. So kannst du sie sozusagen parallel nutzen, jede für den Zweck, für den du sie vorgesehen hast.

Da du auf einer eSIM mehrere Profile speichern kannst, wäre es wesentlich einfacher zwischen zwei Profilen zu wechseln, ohne eine zweite Karte zu benötigen. Leider funktioniert eine solche Parallelnutzung aber zumindest in Deutschland (noch) nicht. Deshalb haben die neueren Dual-SIM-Geräte, z. B. das iPhone Xs, eine eingebaute eSIM-Karte und einen Slot für eine Nano-SIM-Karte.

Unterstützung von eSIM

Soweit die Theorie. In der Praxis wird es komplizierter, da nicht einmal alle großen Provider „eSIM“ unterstützen. Von den kleineren Mobilfunkanbietern ganz zu schweigen.

o2 denkt zwar darüber nach, der Zeitpunkt der Umsetzung ist aber noch ungewiss:

Aktuell ist der Verkaufsstart offen. Die GSMA hat als weltweite Vereinigung der Mobilfunkanbieter offizielle Standards für eine eSIM definiert. Nur diese gewährleisten, dass eSIM-Geräte vollständig sicher und kompatibel sein werden.
Wir bei O2 werden in deinem eigenen Interesse nur solche eSIM-Geräte verkaufen, die den GSMA-Standards entsprechen.
Sobald wir die ersten Geräte mit eSIM-Standard anbieten, kannst du sie hier online bestellen.

Quelle: o2

Etwas besser sieht es bei Telekom und Vodafone aus. Momentan können die Apple Watch 3 und die Samsung Galaxy Watch (nur Vodafone) bereits mit eSIM-Karte verwendet werden. In einigen Wochen soll dies auch mit der Apple Watch 4 und den iPhones Xs sowie XsMax möglich sein.

Telekom:

Die Aktivierung der eSIM kostet nichts, genau wie die klassische SIM-Karte kostenlos bereitgestellt wird.
Für die Nutzung des Mobilfunknetzes über die eSIM z. B. mit der MultiSIM können abhängig von Ihrem Tarif zusätzliche Kosten entstehen.

Quelle: TELEKOM

Für MultiSIM zahlst du ab 4,95 Euro pro Monat zusätzlich zu deinem gebuchten Tarif.

Vodafone:
Das Prinzip gleicht dem der Telekom.

Die eSIM ist ein SIM-Format wie z.B. eine Micro- oder Nano-SIM und ist kostenlos.
So bekommen Sie die eSIM:
• Buchen Sie die Option Red+MultiSIM und wählen als Zusatzkarte die eSIM.
• Tauschen Sie eine vorhandene Zusatzkarte in eine eSIM.
• Kaufen Sie eine Apple Watch Series 3 oder eine Samsung Galaxy Watch mit eSIM.

Quelle: VODAFONE

Die Red+ MultiSIM kostet 5,00 Euro pro Monat. Falls du bis zu 10 GB Datenvolumen benötigst (Red XL-Tarif), zahlst du monatlich 10,00 Euro.

Fazit

Zwar würde die eSIM-Karte die Nutzung von mobilen Geräten deutlich bequemer machen, jedoch wird die Technologie in Deutschland noch nicht optimal umgesetzt. Aktuell ist sie nur als zusätzliche Option buchbar. Das bedeutet, dass du immer einen Vertrag mit einer normalen SIM-Karte abschließen musst. Die e-SIM-Karte wird dann als gebührenpflichtige zusätzliche Karte abgerechnet. Alternativ musst du direkt beim Anbieter ein neues Gerät kaufen. Bislang gibt es noch keine eigenständig buchbaren eSIM-Tarife.

Bleibt zu hoffen, dass zunehmend mehr Geräte mit eingebauter e-SIM-Karte auf den Markt kommen. Damit würde u. U. soviel Druck auf die Provider ausgeübt, dass sie auch den zweiten Schritt machen und unabhängige eSIM-Tarife anbieten.

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