Windows 7 | Warum der Abschied so schwer fällt

Eine der beliebtesten Windows-Versionen war und ist Windows 7. Obwohl das Ende des Supports schon lange bekannt ist, tun sich viele Anwendern mit dem Wechsel schwer. Vielleicht sogar schwerer noch als bei den bisherigen Software-Umstellungen.

Windows 7
Illustration: eb / ebblogs

Windows 7

Seit 2000 hat Microsoft insgesamt sieben Windows-Software-Versionen herausgebracht. Nicht alle blieben über mehrere Jahre aktuell.

Windows 2000 › 1 Jahr
XP › 2001 bis 2006
Vista › 2007 bis 2008
7 › 2009 bis 2011
8 › 2012
8.1 › 2013 bis 2014
10 › ab 2015

Auch hinsichtlich der Beliebtheit gab es deutliche Unterschiede. Vor allem Windows XP und Windows 7 waren Highlights, während Windows Vista und Windows 8 sich eher als Flop herausstellten. Bei Windows 10 gehen die Meinungen auseinander.

Die Scheu vor einem Wechsel

Sowohl viele private Nutzer als auch viele Unternehmen und öffentliche Verwaltungen sind von jeher sehr zögerlich beim Wechsel zu einer neuen System-Software. Einerseits handeln einige sicherlich nach dem Motto „Never change a winning team“. Andererseits mögen auch die relativ großen Veränderungen bei den jeweiligen Folgesystemen dazu beitragen.

Insbesondere Windows 8 bzw. 10 verlang(t)en von den Nutzern eine völlig andere Arbeitsweise. Die neue Oberfläche ist zwar auf der Höhe der Zeit und eigentlich ein Schritt in die richtige Richtung. Da die meisten Menschen Gewohnheitstiere sind, fällt es ihnen jedoch schwer, allzu radikale Veränderungen zu akzeptieren. Und Windows 8, 8.1 bzw. 10 war zumindest oberflächlich betrachtet so vollkommen anders.

Festhalten an alten Hüten

Bereits nach der Ankündigung des Aus für Windows XP haben viele zunächst den Umstieg verweigert. Windows Vista war für sie keine echte Option. Dementsprechend hielten sie an XP fest, bis sozusagen gar nichts mehr ging.

Anschließend wechselte die Mehrheit der XP-Nutzer keineswegs zu der aktuellsten Windows-Software. Das wäre Windows 8 / 8.1 gewesen – oder wenig später Windows 10. Nein, sie installierte Windows 7.

Selbst die wenigen, die sich in das Abenteuer Windows 8 ff. stürzten, wollten sich nicht wirklich damit anfreunden. Daraufhin bot Microsoft zumindest eine Art Windows-7-Oberfläche für Windows 8 ff. als Option an. Schließlich wollte das Unternehmen die Kunden nicht nur bei Windows 8 / 8.1 halten. Das Zugeständnis diente wohl auch dazu, elegant den automatischen Umstieg auf Windows 10 zu erleichtern.

Abschied von Windows 7

Obwohl bereits zum Zeitpunkt des Wechsels auf Windows 7 der Termin für das Ende des Supports feststand, investierten vor allem viele Unternehmen noch in diese Software. Darüber hinaus begannen sie eifrig System-Backups anzulegen oder sich noch irgendwo vorhandene System-Software zu besorgen.

Dabei blieb / bleibt jedoch ein sehr wesentlicher Punkt unbedacht. Das Ende des Supports wirkt sich weniger auf die System-Software als solche aus.  Viel wesentlicher ist, dass es das Ende der Sicherheit-Updates bedeutet. Gerade diese regelmäßigen Aktualisierungen sind auf Windows-Rechner äußerst wichtig. Da hilft das Aufspielen einer (veralteten) Original-Software nicht wirklich weiter.

Neuer Update-Zeitraum

Offensichtlich hat Microsoft nun festgestellt, dass es doch nicht so einfach ist, alle Kunden rechtzeitig von Windows 10 zu überzeugen. Nach wie vor hält das Unternehmen am Support-Ende am 14.01.2020 fest. Aber diejenigen, die Windows 7 Professional und Windows 7 Enterprise abonniert haben, können noch bis Januar 2023 Sicherheits-Updates erhalten.

Natürlich bleibt das Ziel für Microsoft weiterhin die Installation der Windows 10 Software auf allen Rechnern. Nicht nur deshalb gibt es diese verlängerten Sicherheit-Updates nicht kostenlos. Vorausgesetzt die Kunden haben eine Windows-Software-Versicherung abgeschlossen oder ein Windows 10 Education- bzw. Enterprise Abonnement, gewährt Microsoft einen Rabatt. Um welche Kosten es sich genau handeln wird, ist bisher unbekannt. Als sicher gilt nur, dass die Updates für jeden Rechner einzeln abgerechnet werden und sich der Preis in jedem Folgejahr erhöhen wird.

Quelle: Microsoft (Englisch)

Fazit

Waren zumindest die Grundversionen der Windows Software lange Zeit kostenlos, wurde Windows 10 nach einer kurzen Einführungsphase für alle Anwender kostenpflichtig. Da Microsoft auch weiterhin verdienen möchte, ist dem Unternehmen nicht an einer längeren Nutzung einer bisher kostenlosen oder kostengünstigen Software gelegen. Also muss das Unternehmen den Spagat zwischen dem Wunsch der Kunden nach längeren Updates für eine alte Software und den eigenen finanziellen Interessen schaffen. Ergebnis: Noch ein paar Jahre länger Updates, aber bitte gegen Bezahlung!

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