EXIF-Daten anzeigen | PC und mobil – so geht es

Mancher Fotofreund interessiert sich für die technischen Details der Fotos – die EXIF-Daten. Wie lassen sich die EXIF-Daten mit unterschiedlichen Betriebssystemen bzw. Plattformen anzeigen und wie sieht es mit dem Datenschutz aus (EU-DSGVO)?

Fotos
Illustrationen: eb / ebblogs

EXIF-Daten anzeigen

Je nach Gerät, auf dem du die Daten abfragst, gibt es einige Unterschiede. Dabei kommt es auf das Betriebssystem an, wie und wo du diese EXIF-Daten siehst und vor allen Dingen, welche Details. Das betrifft auch das Abrufen der Daten von im Internet veröffentlichten Bildern, z. B. in Foto-Communities bei Google plus.

Was bedeutet EXIF

EXIF (Exchangeable Image File Format) ist ein Standard-Dateiformat, um Metadaten von digitalen Bildern abzuspeichern. Abhängig von der Kamera / dem Smartphone werden weniger oder mehr EXIF-Daten gespeichert.

Das Anhängen von bestimmten Daten (z. B. Geotagging bei Smartphones) kannst du auch ausschalten. Außerdem ist nachträgliches Bearbeiten oder Löschen ebenfalls möglich.
Für mehr allgemeine Informationen hier ein Artikel von Pro Photo zum Weiterlesen: Was sind EXIF-Daten und wofür braucht man sie?

Mögliche Informationen

1. Generelle Informationen

Name und Typ der Datei: IMG_2135.jpg oder e7f1509f-…
Erstellungsdatum und -uhrzeit bzw.
Änderungsdatum und -uhrzeit
Größe: 3,6 MB
Bildabmessungen: 2448 x 3264 Pixel
ggfs. Komprimierung / Bittiefe / horizontale und vertikale Auflösung *

2. Detailinformationen

Blende: f/2,200000 | Blendenzahl: 2,2
Belichtungszeit: 1/205 Sek
Brennweite: 4,15 mm
ISO-Wert: 32
Geotagging falls nicht deaktiviert *

3. Farbdarstellung *

Farbraum: RGB
Farbprofil: sRGB IEC6…
Alpha-Kanal
Rote Augen

4. Kamera

Hersteller
Modell
Belichtungsprogramm *
ISO-Filmempfindlichkeit: ISO-… *

* Diese Angaben sind nicht in jedem Fall enthalten.

EU-DSGVO und EXIF-Daten

Wie bereits erklärt, speicherst du mit jedem Foto automatisch Daten. Aus diesen Daten können Rückschlüsse z. B. auf deinen Aufenthaltsort zu einem bestimmten Zeitpunkt gezogen werden. Solange es nur dich selbst betrifft, ist das recht unproblematisch.

Anders sieht es aus, wenn du fremde Personen, seien es auch nur Passanten auf der Straße, fotografierst. Streng genommen musst du dir spätestens ab dem 25. Mai 2018 von jeder abgebildeten Person eine schriftliche Einverständniserklärung zur Speicherung der Daten geben lassen und diese aufbewahren.

Dies gilt in jedem Fall dann, wenn du das Foto (evtl. gegen Entgelt) veröffentlichst. Ausgenommen sind nur Fotografen die bei institutionalsierten Presse-Unternehmen fest angestellt sind.

Völlig ungeklärt ist die Situation momentan noch für Hobbyfotografen, die Bilder in sozialen Netzwerken veröffentlichen. Des weiteren gibt es auch noch keine detaillierten Ausführungsbestimmungen, wie der Datenschutz bei Fotos von Veranstaltungen (Konzert, Sport) umzusetzen ist. Es ist unrealistisch, zu verlangen, zunächst von jedem Besucher eine Zustimmung zur Datenspeicherung einzuholen. Vermutlich werden sich die Gerichte in nächster Zeit mit diesen Ungenauigkeiten des Gesetzes und deren Umsetzung beschäftigen müssen.

Daten eigener Fotos auf dem PC …

Zunächst unterscheiden sich die Vorgehensweisen bei Windows und Apple kaum voneinander:

› Ordner mit den Fotos öffnen
›› Rechts-Klick auf das gewünschte Foto …

Windows-Betriebssystem

› Eigenschaften
›› Details.

Windows läßt meist mehr EXIF-Daten anzeigen als Apple.

MacOS

› Informationen anklicken

… auf Android- und iOS-Geräten

› Galerie öffnen
›› Bild anklicken
››› auf die drei Punkte rechts oben klicken
›››› dann auf Details
››››› du siehst die Daten.

Diese Vorgehensweise funktioniert bei Geräten mit iOS leider nicht. In der Fotos-App deines iPhones / iPads kannst du zu den Bildern keine EXIF-Daten anzeigen lassen. Möchtest du dort auf die Daten zugreifen, musst du eine App installieren:
Beispielsweise » EXIF Studio oder » Metadata Viewer.

EXIF-Daten bei Google plus über den Browser aufrufen

Wer Google plus über einen Browser nutzt, dürfte eigentlich keine Probleme haben, die EXIF-Daten zu sehen; es sei denn, der Eigentümer des Bildes hat diese Funktion für sein Foto gesperrt:

› Antippen des Fotos
›› i (Information)
››› das Daten-Fenster öffnet sich

Normalerweise siehst du aber nur die grundlegenden Meta-Daten und keine tiefergehenden Details.

Anzeige bei Google plus für Android …

Da Google der Entwickler sowohl des Android-Betriebssystems als auch der G+ App ist, gleichen die Schritte denen bei der Galerie:

› G+ App öffnen
›› Bild anklicken
››› die drei Punkte rechts oben antippen
›››› weiter mit Details
››››› die Daten erscheinen.

Die Darstellung der Angaben ist sehr übersichtlich. Wie auch schon beim Browser, siehst du nur die wichtigsten Daten.

… in der iOS-App

Im Gegensatz zu den eigenen Bildern in der iOS Fotos-App, ist dies bei der G+ App nicht unmöglich. Aber es ist komplizierter als bei Android.

Nach dem Öffnen der G+ App

› Foto 2x antippen
›› Anklicken der drei Punkte oben rechts
››› kein dem von Android vergleichbares Menu erscheint!
• Stattdessen öffnet sich am unteren Bildschirmrand eine Liste:
› Optionen = Im Web ansehen – Foto herunterladen – Abbrechen.
›› Im Web ansehen antippen
››› i (Information) anklicken
›››› du kannst die wichtigsten Daten lesen.

Auch hier ist die Darstellung nicht so übersichtlich wie bei Android.

Darüberhinaus wird nicht immer das Erstellungsdatum gezeigt. Manchmal siehst du (nur) das Datum, an dem das Bild bei Google plus veröffentlicht wurde. Bei meinem Beispiel handelt es sich jeweils um exakt das gleiche Bild. Du erkennst in der Android-App-Grafik das Aufnahmedatum (25.08.2016). Im Browser siehst du aber nur das Veröffentlichungsdatum (03.09.2016).

Bilder bei Google plus teilen

Rufst du die EXIF-Daten eines Bildes bei Google plus auf, wirst du u. U. nicht nur eine unterschiedliche Anzeige des Datums und/oder der Uhrzeit bemerken. Eventuell fehlen noch weitere Daten, die auf dem Original vorhanden sind. Warum ist das so?

Es gibt zwei Möglichkeiten, Fotos auf Google plus zu veröffentlichen. Um das zu zeigen, habe ich ein neues Foto mit meinem Logo versehen und dieses eine Foto mit beiden Methoden veröffentlicht. Anschließend habe ich die angezeigten EXIF-Daten mit den Daten des Ausgangs- und des markierten Fotos verglichen.

Die Hochladen-Methode

Zuerst öffnest du Google plus in deinem Desktop-Browser.

Danach klickst du in das Feld Was gibt’s neues

› 📷 anklicken,
›› Foto hochladen anklicken,
››› Foto vom PC auswählen,
›››› eventuell Text sowie Community / Öffentlich hinzufügen
››››› und veröffentlichen.

Auch auf mobilen Geräten funktioniert das. Allerdings öffnest du zuerst die Fotos / Galerie-App.

› Dann klickst du das gewünschte Foto an,
›› anschließend auf Teilen bei Google plus,
››› schreibst ggfs. noch Text, gibst Community / Öffentlich an
›››› und veröffentlichst dein Foto.

Wie auf der Tabelle (vorletzte Spalte) zu sehen ist, werden die wichtigsten EXIF-Daten nach dem Aufrufen bei Google plus weiterhin angezeigt. Nur Datum und Zeit haben sich verändert.

Dabei verändert sich die Uhrzeit auf dem iMac bereits, wenn das Foto vom iPhone auf den Desktop gezogen wird und / oder nochmals nach dem Markieren.

Die In-App-Methode

Als erstes öffnest du die Google plus App auf deinem mobilen Gerät. Anschließend klickst du …

› auf den roten Plus-Button
›› das Eingabefeld erscheint und darunter die Kacheln mit deinen Fotos.

Anschließend klickst du

› auf das gewünschte Foto
›› das Foto wird geladen
››› schreibst einen Text
›››› wählst Community / Öffentlich aus und
››››› klickst auf Posten.

Wenn du jetzt die Daten des Fotos bei Google Plus ansiehst, sind die meisten EXIF-Daten verschwunden (letzte Spalte der Tabelle). Dabei werden im Desktop-Browser und bei iOS merkwürdigerweise mehr Details angezeigt als in der Android-App. Die eigentlichen EXIF-Daten wie Blende, Belichtungszeit etc. fehlen jedoch überall.

EXIF-Daten

Fazit

Die Bedeutung von EXIF-Daten ist umstritten. Schließlich sollte das Bild gefallen, unabhängig davon wie, wann und mit welcher Kamera es aufgenommen wurde.

Dennoch interessieren sich manche Fotografen für jedes Detail. Verständlich, wenn es darum geht, herauszufinden, ob ein Foto bearbeitet wurde oder nicht. Auch ist eine nachträgliche Manipulation der EXIF-Daten ist nicht unmöglich, jedoch frage ich mich, warum ich das tun sollte. Wenn ich mein Geheimnis wahren möchte, warum veröffentliche ich dann das Foto?

Andererseits ist es, wie bereits angedeutet, nicht unbedingt der böse Wille des Fotografen, wenn du keine oder nur unvollständige EXIF-Daten sehen kannst. Vor allem wenn du die von Google plus angebotene In-App-Methode nutzt, verschwinden die Daten völlig ohne dein Zutun irgendwo im Nirgendwo.

Da bleibt als Lösung nur das Nachfragen beim Fotografen und das Vertrauen auf eine ehrliche Antwort. Frei nach dem Motto: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, aber zu viel Kontrolle geht zulasten der Freude am Tun.

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